Zulieferer der P+S Werften von Landesregierung zutiefst enttäuscht
Zur heutigen Sitzung des Parlamentarischen Untersuchungsausschuss (PUA) zur Aufklärung von Sachverhalten im Zusammenhang mit der Insolvenz der P+S Werften erklärt die Obfrau der Linksfraktion, Jeannine Rösler:
„Heute hat der Ausschuss unter anderem den Geschäftsführer der Firma KLH Kältetechnik GmbH, Harald Selck, gehört. Der Zulieferer der P+S Werften verklagte nach der Insolvenz die Landesregierung auf Schadensersatz, weil diese das Unternehmen getäuscht haben soll. Dieses Verfahren ist schwebend in zweiter Instanz. Herr Selck brachte klar und deutlich zum Ausdruck, dass er ‚sauer‘ und zutiefst enttäuscht von der Landesregierung und ihrem Agieren ist. Er hat unseren Eindruck bestätigt, dass die Werftenrettung entgegen aller Beteuerungen nicht ‚Chefsache‘ des Ministerpräsidenten gewesen ist, denn sie sei mitnichten als solche behandelt worden. Der Zeuge Selck bezweifelte, dass die Landesregierung tatsächlich gewusst hat, was auf der Werft los war und wie es mit den P+S Werften im Sommer 2012 weitergehen könnte.
Selck sprach von einem ‚Trauerspiel‘ und kritisierte, dass man ihm und seinen Zuliefererkollegen im Sommer 2012 trotz aller Risiken das Versprechen abgerungen hatte, weiter auf den Werften zu arbeiten. Bis zum Schluss ließ die Landesregierung die Zulieferer in dem Glauben, es würde alles getan, die Werften zu retten. Von der Insolvenz sei er völlig überrascht worden.
Ein weiterer Zeuge war Axel Jensen, Chef des Projektmanagement auf den P+S Werften. Aus dessen Sicht habe Herr Rüdiger Fuchs, letzter Geschäftsführer der P+S Werften, mit einem vorgefertigten Konzept die Arbeit auf den Werften aufgenommen. Damit wird unser Verdacht genährt, dass Herr Fuchs mit einem klaren Arbeitsauftrag auf die P+S Werften gegangen ist.“
