One Billion Rising: Gemeinsam laut gegen Gewalt an Frauen und Mädchen
Zum morgigen internationalen Aktionstag One Billion Rising erklärt die gleichstellungspolitische Sprecherin der Linksfraktion im Landtag Mecklenburg-Vorpommern, Elke-Annette Schmidt:
„Der 14. Februar steht weltweit nicht nur für romantische Gesten, sondern für Widerstand und Solidarität. Bei One Billion Rising erheben sich seit vielen Jahren Frauen und Unterstützer:innen tanzend, demonstrierend und kämpferisch gegen patriarchale Gewaltstrukturen. Der Aktionstag macht deutlich: Gewalt gegen Frauen und Mädchen ist kein individuelles Schicksal, sondern Ausdruck struktureller Ungleichheit.
Die Dimension ist erschütternd. Weltweit ist jede dritte Frau von körperlicher oder sexualisierter Gewalt betroffen, in Deutschland jede vierte. Hinter diesen Zahlen stehen konkrete Lebensgeschichten – geprägt von Angst, Ohnmacht und oftmals fehlender Unterstützung. Besonders besorgniserregend ist, dass viele Betroffene keine Anzeige erstatten. Scham, Abhängigkeit und mangelnde Schutzangebote verhindern häufig den Schritt an die Öffentlichkeit.
Auch in Mecklenburg-Vorpommern zeigt sich: Der Bedarf an Beratung, Schutzräumen und Präventionsarbeit wächst. Deshalb braucht es eine verlässliche, langfristig abgesicherte Infrastruktur. Wir setzen uns dafür ein, den bisherigen Landesaktionsplan deutlich weiterzuentwickeln und konsequent an den Vorgaben der Istanbul-Konvention auszurichten. Dieses Abkommen des Europarats verpflichtet Deutschland, Gewalt gegen Frauen umfassend zu verhindern, Betroffene wirksam zu schützen und Täter konsequent zur Verantwortung zu ziehen.
Mit Kundgebungen, Tanzaktionen und Informationsveranstaltungen beteiligen sich auch dieses Jahr Initiativen, Beratungsstellen und Gleichstellungsbeauftragte in Mecklenburg-Vorpommern an One Billion Rising. In Schwerin, Wismar, Neubrandenburg, Rostock und Stralsund gehen Menschen auf öffentliche Plätze, um sichtbar Solidarität zu zeigen, über Hilfsangebote zu informieren und ein klares Zeichen gegen jede Form von Gewalt zu setzen. Dieses Engagement vor Ort ist unverzichtbar, weil es Betroffenen Mut macht und das Thema aus der Tabuzone holt.
One Billion Rising erinnert uns jedes Jahr daran, dass Gleichstellung keine Selbstverständlichkeit ist. Wer Frauenrechte angreift, greift Demokratie und Menschenwürde an. Unser Ziel bleibt eine Gesellschaft, in der Frauen und Mädchen frei von Gewalt leben können – selbstbestimmt, sicher und gleichberechtigt.“
