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MV-Koalition stärkt die Wälder entlang der Ostseeküste - Aufforstungen zeigen Wirkung

Daniel TrepsdorfPressemeldungen

Zur aktuellen Initiative der Landesregierung zur Stärkung der Wälder entlang der Ostseeküste, erklärt der umweltpolitische Sprecher der Linksfraktion, Dr. Daniel Trepsdorf:

 

„Die jüngste Entwicklung zur Stärkung der Wälder entlang der Ostseeküste ist ein Fortschritt hinsichtlich Aufforstung und Waldumbau. Diese bleiben aber fragil, wenn sie nicht konsequent ökologisch ausgerichtet und langfristig abgesichert werden – gerade auch über die Landtagswahl im Herbst hinaus.

 

Im Zuge der aktuellen Initiativen der Landesregierung wird deutlich, dass Aufforstung nicht mehr allein als technische Aufgabe verstanden wird. Vielmehr rücken Beteiligungsprozesse, innovative Ansätze und regionale Verantwortung stärker in den Mittelpunkt. Bürgerinnen und Bürger werden zunehmend einbezogen, etwa bei Pflanzaktionen oder bei der Diskussion über die zukünftige Nutzung von Waldflächen. Zahlen des Landwirtschaftsministeriums zeigen, dass allein durch die Initiative „Unser Wald in MV“ ca. 1.400 Hektar neuer Wald in den zurückliegenden Jahren angepflanzt werden konnte.

Auch neue Technologien und wissenschaftliche Erkenntnisse fließen in die Praxis ein, beispielsweise bei der Auswahl klimaresilienter Baumarten (Hainbuche, Feldahorn, Waldkiefer) oder bei digitalen Monitoring-Systemen.

Diese Entwicklung ist zu begrüßen, weil sie den Wald nicht als statische Ressource, sondern als lebendiges Ökosystem begreift, das sich im Wandel befindet. Gleichzeitig darf der politische Diskurs nicht bei Erfolgsnarrativen stehen bleiben. Die Wälder entlang der Ostsee sind besonders sensibel: Salzluft, zunehmende Trockenperioden und Extremwetterereignisse setzen ihnen zu. Aufforstung allein reicht daher nicht aus. Entscheidend ist, wie aufgeforstet wird. Monokulturen oder wirtschaftlich getriebene Schnelllösungen würden die Probleme von morgen lediglich verschieben.

 

Die Positionen der großen Umweltverbände unterstreichen diese Einschätzung. Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland weist seit längerem darauf hin, dass Aufforstung nur dann sinnvoll ist, wenn sie Teil eines umfassenden Waldumbaus ist. Seit 2020 läuft in Mecklenburg-Vorpommern das umfangreichste staatlich finanzierte Aufforstungsvorhaben, das es zwischen Boizenburg und Anklam, von Zingst bis Mirow bislang gegeben hat. Die Landesregierung stellte hierfür rund 20 Millionen Euro zur Verfügung. Mit diesen Mitteln ist es gelungen, bislang etwa 1.400 Hektar zusätzliche Waldflächen zu schaffen. Diese Maßnahme ist richtig, sie muss jedoch eingebettet sein in eine ambitionierte Klimapolitik, die Emissionen reduziert und Flächenversiegelung begrenzt.

Die bisherigen Maßnahmen der MV-Koalition sind ein Schritt in die richtige Richtung, sie müssen allerdings kontinuierlich verstärkt werden. Notwendig ist eine langfristige Strategie, die ökologische, soziale und wirtschaftliche Aspekte zusammenführt. Dazu gehört eine verlässliche Finanzierung ebenso wie klare gesetzliche Leitplanken für nachhaltige Forstwirtschaft.

 

Ein weiterer zentraler Punkt ist die soziale Dimension. Wälder sind öffentliche Güter. Sie dienen nicht nur dem Klimaschutz, sondern auch der Erholung, der Umweltbildung und der regionalen Identität. Bürgerbeteiligung darf daher kein dekoratives Element sein, sondern muss echte Mitbestimmung ermöglichen.

 

Aufforstung darf kein politisches Feigenblatt sein. Sie muss Teil einer konsequenten ökologischen Transformation sein, die den Herausforderungen der Klimakrise gerecht wird. Die Wälder entlang der Ostsee sind ein Prüfstein dafür, ob diese Transformation gelingt.“

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