MV-Filmförderung macht Kino möglich – „Rote Sterne überm Feld“
Aus Anlass der Filmpremiere in Rostock erklärt die kulturpolitische Sprecherin der Linksfraktion, Elke-Annette Schmidt:
Flirrendes Licht, historische Bilder, zerschnittene Zeit. „Rote Sterne überm Feld“ ist Kino, das nicht erklärt, sondern fordert. Hier wird Geschichte als Collage aus Erinnerung, Traum und Gegenwart inszeniert – radikal, sensibel, unverwechselbar mecklenburgisch.
Die Regisseurin Laura Laabs, aufgewachsen in Bad Kleinen, kehrt mit ihrem Spielfilmdebüt in ihre Heimat zurück. Eine Moorleiche, ein Dorf und hundert Jahre deutscher Geschichte bilden den Rahmen für eine filmische Spurensuche durch Diktatur, DDR, Wendezeit und Gegenwart. Es ist ein Film, der tief in der mecklenburgischen Erde gräbt – und Antworten findet, die wehtun, trösten und aufrütteln zugleich. Die Region ist nicht nur Schauplatz, sondern Hauptfigur: Felder, Nebel, alte LPG-Gebäude und der Bahnhof von Bad Kleinen erzählen mit.
„Rote Sterne überm Feld“ ist kein gefälliges Kino, sondern ein künstlerisches Abenteuer. Laura Laabs arbeitet mit filmischen Brüchen und überraschenden Stilwechseln: Sie kombiniert Archivmaterial mit Spielszenen, wechselt zwischen Farbe und Schwarz-Weiß, zwischen Realismus, Traumsequenzen und grotesken Momenten. Sie spielt mit Zeitebenen, Montagen, Überblendungen und Symbolen, zitiert Philosophie und Popkultur, lässt musikalische Collagen und visuelle Irritationen aufeinanderprallen. Es ist Kino mit Haltung und großer Experimentierfreude – poetisch, widersprüchlich, manchmal verstörend, immer wach mit Lust an der Irritation.
Das anschließende Filmgespräch war alles andere als Routine. Kritische Fragen zur Darstellung ostdeutscher Geschichte, zur Spannung zwischen Kunstfreiheit und historischer Verantwortung, zum Nährboden rechter Gesinnung bestimmten die Debatte.
Dass ein so außergewöhnlicher Film entstehen konnte, ist das Ergebnis einer mutigen öffentlichen Kulturförderung. Das Land Mecklenburg-Vorpommern hat über die MV-Filmförderung insgesamt 235000 Euro investiert. Unterstützt wurde das Projekt zudem durch Mittel der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien (BKM), der Filmförderungsanstalt (FFA), des Deutschen Filmförderfonds (DFFF), des Medienboard Berlin-Brandenburg, der MOIN Filmförderung Hamburg Schleswig-Holstein, des Kuratoriums Junger Deutscher Film und von FISA +.
Dieser Film zeigt, was möglich ist, wenn Förderung nicht nur ökonomische Kriterien anlegt, sondern gesellschaftliche Verantwortung ernst nimmt. Laura Laabs erzählt Geschichte auf ihre Weise – eigenwillig, ehrlich, mutig. Das ist Kunst aus Mecklenburg, und sie braucht Unterstützung.“
