Lootboxen und glücksspielähnliche Mechanismen in Videospielen: Linksfraktion fordert stärkere Regulierung zum Schutz von Kindern und Jugendlichen
Zur Bundesratsinitiative ‚Reduzierung der Suchtgefahr durch verbesserte Reglementierung von Lootboxen und anderen glücksspielähnlichen Mechanismen in Videospielen‘ erklärt der kinder- und jugendpolitische Sprecher der Linksfraktion, Christian Albrecht:
„Lootboxen wirken wie digitale Drogen – und sie werden von der Spieleindustrie gezielt eingesetzt, um Spieler:innen, viele von ihnen Kinder und Jugendliche, in die Abhängigkeit zu treiben. Die Linksfraktion Mecklenburg-Vorpommern fordert deshalb ohne jedes Wenn und Aber ein sofortiges Verbot von Lootboxen und allen glücksspielähnlichen Mechanismen in Videospielen, die sich an Kinder und Jugendliche richten. Diese sogenannten ‚Beutekisten‘ sind nichts anderes als eine perfide Masche, die darauf ausgelegt ist, junge Menschen süchtig zu machen und ihnen systematisch das Geld aus der Tasche zu ziehen. Mit psychologischen Tricks und bewusst eingebauten Belohnungsschleifen werden heranwachsende Gehirne manipuliert und Kinder sowie Jugendliche an das klassische Glücksspiel herangeführt – und das alles bisher unter den Augen einer zusehenden Politik.
Jeder Kauf einer Lootbox ist ein Schritt in die Sucht, die im schlimmsten Fall zu Überschuldung, zerbrochenen Familien und massiven psychischen Problemen führen kann. Die Industrie setzt bewusst auf die Unwissenheit vieler Eltern, verdient Milliarden mit der Ausbeutung oftmals minderjähriger Spieler:innen und lässt eine ganze Generation im digitalen Dschungel allein. Während in Deutschland klassische Glücksspiele zu Recht streng reguliert und für Kinder verboten sind, dürfen Konzerne mit Lootboxen weiterhin ungestört ganz gezielt Kinder und Jugendliche ins Visier nehmen. Das ist ein Skandal!
Deshalb lässt die Linksfraktion Mecklenburg-Vorpommern keinen Zweifel: Lootboxen und andere sogenannte Gacha-Mechaniken und glücksspielähnliche Elemente unter Einsatz von Echtgeld müssen mindestens streng reguliert werden. Hier braucht es eine verbindliche Altersverifikation ab 18 Jahren – ohne Schlupflöcher, ohne Ausnahme. Unterhalb der FSK 18 sind Lootboxen grundsätzlich zu verbieten.
Spielehersteller müssen endlich zur völligen Transparenz verpflichtet werden: Alle Gewinnwahrscheinlichkeiten, alle Kosten und Ausgabenlimits müssen offengelegt werden. Wer Glücksspielelemente in seinen Spielen verbaut, muss wie jeder andere Glücksspielanbieter eine Lizenz beantragen – und entsprechend staatlich kontrolliert werden. Darüber hinaus müssen Präventions- und Aufklärungskampagnen an Schulen und in den Medien endlich Vorrang haben, damit Eltern, Lehrer und Kinder aufgeklärt werden und sich schützen können. Die Politik darf die Gesundheit unserer Kinder nicht länger den Profitinteressen internationaler Konzerne opfern.
Wir freuen uns, dass die Initiative, die wir gemeinsam mit unserem Koalitionspartner auf den Weg gebracht haben, den Bundesrat nun passiert hat. Doch jetzt heißt es dranzubleiben: Die Maßnahmen müssen nun ohne weitere Verzögerung umgesetzt werden. Die Fakten liegen auf dem Tisch, die Lösungen sind bekannt. Wer jetzt weiter untätig bleibt, nimmt billigend in Kauf, dass eine ganze Generation in massenhafter Abhängigkeit endet.“
