Letzte Verteidigungswelle“: Jung, brutal, rechtsradikal – und unbelehrbar
Zur heutigen Durchsuchung gegen weitere Mitglieder der mutmaßlich rechtsterroristischen Vereinigung „Letzte Verteidigungswelle“ erklärt der innenpolitische Sprecher der Linksfraktion im Landtag Mecklenburg-Vorpommern, Michael Noetzel:
„Jung, brutal, rechtsradikal – und dazu brandgefährlich und unbelehrbar. Das Kapitel rund um die Terror-Truppe der sogenannten ‚Letzten Verteidigungswelle‘ ist offenbar noch lange nicht abgeschlossen, wie die heutigen Durchsuchungsaktionen des BKA zeigen. Weder die ersten Festnahmen im vergangenen Jahr noch der Prozessstart Anfang des Monats hielten die Jungnazis ganz offenbar davon ab, weiter an ihren tödlichen Plänen zu feilen. Das Level an Verrohung und Tatentschluss, das diese neueren Nazi-Kameradschaften an den Tag legen, ist erschreckend.
Schon im Mai letzten Jahres, als der GBA das erste Mal eine bundesweite Razzia gegen die ‚Letzte Verteidigungswelle‘ durchführte, hatte ich die Ahnung, dass dies nur die Spitze des Eisbergs war. Bereits damals war klar, dass es nicht um ein paar ideologisch verirrte Jugendliche geht, die etwas über die Stränge schlagen. Netzwerke wie ‚Jung und Stark‘ oder ‚Deutsche Jugend Voran‘ sind Ausdruck einer radikalisierten Generation, die mich stark an die tödlichen Baseballschlägerjahre erinnern.
Spätestens die Anklageerhebung gegen Mitglieder der ‚Letzten Verteidigungswelle‘ zeigte, dass die jungen Hitlerfans offenbar selbst zum Mord bereit waren. Diese enthemmte Radikalisierung findet nicht im luftleeren Raum statt, sondern wird im Windschatten der ständigen Diskursverschiebung nach rechts befeuert. Die Radikalisierungsspirale, an der die geistigen Brandstifter am rechten Rand kräftig mitdrehen, muss gestoppt werden.
