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Gute Lebensmittel gehören auf den Teller – nicht in den Müll

Elke-Annette SchmidtPressemeldungen

Der Kampf gegen die Verschwendung von Lebensmitteln stand heute im Fokus auf der Klausur der Linksfraktion in Banzkow. Dazu erklärt die verbraucherschutzpolitische Sprecherin der Fraktion, Elke-Annette Schmidt:

„Die Vernichtung von nicht verdorbenen Lebensmitteln ist ein riesiges Problem in unserer Gesellschaft. Während weltweit in jeder Minute 11 Menschen an den Folgen von Unterernährung sterben, werfen wir Deutschen im gleichen Zeitraum etwa 21 Tonnen Lebensmittel in den Abfall. Ein großer Teil davon ist noch genießbar. Für 60 Prozent der Lebensmittelverschwendung ist die Wirtschaft verantwortlich. Ein Viertel der vermeidbaren Nahrungsmittelverluste fällt allein im Lebensmittelhandel an. Am häufigsten werden gutes und genießbares Obst, Gemüse und Brot weggeworfen.

Zunächst ist es elementar wichtig, bei den Verbraucherinnen und Verbrauchern das Bewusstsein für einen verantwortungsvollen Umgang mit Lebensmitteln zu stärken. Das schont nicht nur unser aller Ressourcen und Geldbeutel, sondern ist auch ein Zeichen der Wertschätzung und des Respekts gegenüber den Produzierenden in Land- und Fischereiwirtschaft sowie deren Erzeugnissen.

Vertreterinnen der Verbraucherzentrale Mecklenburg-Vorpommern haben uns heute zum Thema ‚Von der Lebensmittelverschwendung zur Wertschätzung‘ wichtige Impulse gegeben. So ist die Festlegung des Mindesthaltbarkeitsdatums (MHD) und Verbrauchsdatums (VD) ein Faktor bei der Verschwendung von Lebensmitteln. Meine Fraktion unterstützt die Forderung der Verbraucherzentralen, dass es bei der MHD- und VD-Festlegung transparente Regelungen mit nachvollziehbaren Kriterien geben muss. Zudem muss das MHD so festgelegt werden, dass die Mindesthaltbarkeit auch tatsächlich ausgeschöpft wird.

Meine Fraktion teilt auch die Auffassung, dass Verbraucherinnen und Verbraucher bereits von Kindesbeinen an und umfassend über die Verwendung und Verschwendung von Lebensmitteln aufgeklärt und gebildet werden müssen. Nur entsprechende Kenntnisse können zu konkreten Verhaltensänderungen führen und der maßlosen Verschwendung Einhalt gebieten.

Nicht nachvollziehbar ist die anhaltende Strafbarkeit des sogenannten Containerns. Es ist skandalös, dass Menschen kriminalisiert werden, die sich dafür einsetzen, dass Lebensmittel nicht unnötig vernichtet werden. Damit werden vor allem auch jene bedürftigen Menschen getroffen, die keine andere Wahl haben, als Essen aus Containern zu holen. Auch hier muss endlich ein Umdenken stattfinden. Deshalb ist es gut, dass sich die Landesministerin für Justiz, Gleichstellung und Verbraucherschutz, Jacqueline Bernhardt, engagiert dafür einsetzt, dass es straffrei möglich sein muss, Essen vor dem Müll zu retten. So wurde beispielsweise auf der Verbraucherschutzkonferenz im Juni 2022 die Beschlussvorschlag des Landes Mecklenburg-Vorpommern ‚Reduzierung der Lebensmittelverschwendung: Einführung einer gesetzlichen Überlassungspflicht des Einzelhandels für aus dem Verkauf genommene, aber einwandfreie Lebensmittel‘ eingebracht und einstimmig beschlossen.“

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