Gewerkschaftsvertreter völlig überrascht von Insolvenz der P+S Werften
Zur heutigen Sitzung des Parlamentarischen Untersuchungsausschuss (PUA) zur Aufklärung von Sachverhalten im Zusammenhang mit der Insolvenz der P+S Werften erklärt die Obfrau der Linksfraktion, Jeannine Rösler:
„Im Aufklärungsprozess standen heute erstmals Vertreter der Arbeitnehmerseite Rede und Antwort. Die Befragung ergab einmal mehr, dass das Sanierungsgutachten der KPMG die Situation auf den Werften womöglich nicht realistisch dargestellt hat.
So hat Herr Guido Fröschke als Vertreter der IG Metall und als Mitglied des Aufsichtsrats der P+S Werften ausgeführt, dass seines Erachtens der Geschäftsführung um Herrn Dr. Brammertz Anfang 2010 nicht alle Fakten auf den Tisch gelegt worden sind. Es habe eine Diskrepanz zwischen den Zahlen im Sanierungsgutachten und den tatsächlichen Verhältnissen vor Ort gegeben. Daher sei die Geschäftsführung etwa von bestehenden alten Verbindlichkeiten überrascht worden und in der Folge die Ausgangsbasis für den Sanierungsprozess besonders schwierig gewesen.
Herr Fröschke erklärte zudem, dass die Gewerkschaft und die Belegschaften eine befristete Landesbeteiligung an den P+S Werften sehr begrüßt hätten, um den Standorten eine Chance und eine aussichtsreiche Perspektive zu geben.
Auch über die Zeit kurz vor der Verkündung der Insolvenz im Sommer 2012 hat Herr Fröschke dem Ausschuss wichtige Details mitgeteilt. So war die Gewerkschaft aktiv an den Verhandlungen über die Beiträge der Arbeitnehmer im Rahmen einer möglichen Restrukturierung 2012 beteiligt. Wenige Tage, bevor die Insolvenz beantragt wurde, habe er sich mit dem damals neuen Geschäftsführer Herrn Fuchs getroffen, um über weitere Zugeständnisse der Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen zu verhandeln. Er sei mit der Maßgabe aus dem Treffen gegangen, die Vorschläge mit den Kolleginnen und Kollegen auf der Werft zu beraten. Von einer Insolvenz sei an diesem Tag noch nicht die Rede gewesen. Warum diese dann ein paar Tage später unabwendbar war, konnte er sich nicht erklären, sie sei auch für ihn völlig überraschend gekommen.“
