Gemeinsam für Frieden und Verständigung – UNESCO-Welterbetag am 7. Juni
Anlässlich des UNESCO-Welterbetages erklärt die kulturpolitische Sprecherin der Linksfraktion, Elke-Annette Schmidt:
„Wenn Menschen durch die Schlossgärten spazieren, den Blick über den Schweriner See schweifen lassen oder die Tür eines historischen Gebäudes öffnen, begegnen sie einerbeeindruckenden Architektur. Sie entdecken zugleich die Geschichte unseres Landes und die Spuren der Menschen, die vor uns gelebt, gearbeitet, gekämpft, gehofft und gestaltet haben.
Der UNESCO-Welterbetag steht in diesem Jahr unter dem Motto ‚Gemeinsam für Frieden und Verständigung‘. Dieses Motto könnte kaum aktueller sein. In einer Zeit, in der Kriege Europa erschüttern, demokratische Werte unter Druck geraten und gesellschaftliche Spaltungen zunehmen, zeigt das kulturelle Erbe, was Menschen über Grenzen hinweg verbindet. Kultur schafft Verständigung, wo Worte fehlen. Sie schafft Begegnung, wo Vorurteile entstehen. Und sie erinnert uns daran, dass Frieden niemals selbstverständlich ist, sondern jeden Tag neu gestaltet werden muss.
Die Anerkennung des Schweriner Residenzensembles mit seinen mehr als 30 historischen Bauwerken und Gartenanlagen als UNESCO-Welterbe im Jahr 2024 ist ein Auftrag, dieses Erbe zu schützen, historische Bausubstanz zu erhalten, Wissen weiterzugeben und kulturelle Teilhabe für alle Menschen zu ermöglichen. Auch die historischen Hansestädte Stralsund und Wismarsowie die alten Buchenwälder Rügens sind Ausdruck unserer gemeinsamen kulturellen und natürlichen Verantwortung gegenüber künftigen Generationen.
Welterbe lebt davon, entdeckt, genutzt und verstanden zu werden. Deshalb freuen wir uns über die vielen Veranstaltungen, Führungen, Konzerte, Ausstellungen und Begegnungen, die im Rahmen der Welterbetage stattfinden. Denn kulturelles Erbe muss für alle Menschen zugänglich sein – unabhängig von Einkommen, Herkunft, Alter oder Wohnort. Kultur ist Teil der öffentlichen Daseinsvorsorge und ein Grundpfeiler demokratischer Gesellschaften. Deshalb setzen wir uns für eine verlässliche Finanzierung von Kulturinstitutionen, Archiven, Museen, Denkmalpflege und kultureller Bildung ein.
Gleichzeitig bedeutet Welterbeschutz auch, die Zukunft im Blick zu behalten. Historische Gebäude müssen nachhaltig erhalten werden. Stadtentwicklung, Denkmalschutz und Klimaschutz müssen zusammengedacht werden. Mit der Gründung eines Welterbe-Beirates in Schwerin wurden wichtige Voraussetzungen geschaffen, um den Welterbestatus langfristig zu sichern und zukünftige Entwicklungen verantwortungsvoll zu begleiten.
Was wir heute bewahren, wird morgen erzählen, wer wir waren. Welterbeschutz schafft Identifikation, stärkt den Tourismus, fördert Bildung und macht sichtbar, was unsere Gesellschaft zusammenhält. Am UNESCO-Welterbetag feiern wir auch die Idee, dass Kultur Menschen verbindet. Wir feiern die Verantwortung, Geschichte zu bewahren. Und wir feiern die Hoffnung, dass Verständigung, Respekt und Frieden auch in Zukunft die stärksten Fundamente unserer Gesellschaft bleiben.“
