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Frauentag ist Kampftag – für eine Gesellschaft ohne Gewalt und Ausbeutung

Elke-Annette SchmidtPressemeldungen

Zum Frauentag am 8. März erklärt die gleichstellungspolitische Sprecherin der Linksfraktion, Elke-Annette Schmidt:

 

„Der 8. März ist kein Tag zum Feiern, sondern ein Tag des Protests, der Solidarität und des Handelns. Die Realität zeigt: Frauen tragen nach wie vor die Hauptlast der Care-Arbeit, Teilzeit wird als „Lifestyle-Wahl“ verharmlost, und Femizide fordern täglich Opfer. Diese Missstände sind kein Zufall, sondern Ergebnis struktureller Ungerechtigkeit. Es ist Zeit, sie beim Namen zu nennen – und endlich zu ändern.

 

Care-Arbeit ist systemrelevant – doch sie wird weder fair verteilt noch angemessen bezahlt. Studien belegen: Frauen leisten in Deutschland 52 % mehr unbezahlte Sorgearbeit als Männer. Die Folgen? Weniger Zeit für Beruf, Selbstverwirklichung oder Erholung – und langfristig geringere Renten, höhere Altersarmut und wirtschaftliche Abhängigkeit. Wir fordern: Care-Arbeit muss als gemeinsame gesellschaftliche Aufgabe anerkannt und gefördert werden.

In Mecklenburg-Vorpommern haben wir bereits gehandelt: Durch den beitragsfreien Ausbau der Kinderbetreuung können heute 95 % der Kinder im Kita-Alter eine Betreuungseinrichtung besuchen. Das entlastet Familien, ermöglicht Müttern die Rückkehr in den Beruf und ist ein wichtiger Schritt gegen Altersarmut. Doch das reicht nicht: Unternehmen müssen flexible Arbeitsmodelle für alle selbstverständlich machen – ohne Karriereknick oder Abwertung.

 

Leider nach wie vor aktuell: Gewalt gegen Frauen. Sie ist kein Einzelschicksal, sondern ein gesellschaftliches Versagen.

Die Zahlen sind erschütternd: 2025 wurden in Deutschland 122 Femizide registriert – Frauen, die getötet wurden, weil sie Frauen sind. Die Täter sind in der Mehrheit (Ex-)Partner. Femizide sind die extremste Form struktureller Gewalt – und sie zeigen: Unsere Gesellschaft schützt Frauen noch immer unzureichend.

Wir fordern: Femizide müssen als eigenständiger Straftatbestand anerkannt und konsequent bestraft werden. Schutzräume wie Frauenhäuser und Beratungsstellen brauchen mehr finanzielle und strukturelle Unterstützung.

Und Betroffene müssen konsequent geschützt werden: Mit der elektronischen Fußfessel nach dem spanischen Modell und der Umsetzung der Istanbul-Konvention auf Landesebene setzen wir klare Signale – doch es bleibt noch viel zu tun.

 

Gleichberechtigung kennt keine Grenzen – unser Kampf auch nicht.

Weltweit werden Frauenrechte angegriffen: In Polen und den USA wird das Recht auf Abtreibung weiter eingeschränkt, in Iran oder Afghanistan riskieren Frauen ihr Leben für Körperautonomie, und in Lateinamerika kämpfen Aktivistinnen gegen Femizide. Wir stehen an ihrer Seite.

 

Unser Appell zum Frauentag: Gleichberechtigung ist kein Projekt, sie ist ein täglicher Kampf – gegen strukturelle Benachteiligung, gegen Gewalt, gegen die Abwertung von Care-Arbeit. Am 9. März gehen wir auf die Straße, um beim weltweiten Frauenstreik zu zeigen: Ohne uns steht alles still.“

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