Falsche Annahmen im KPMG- Gutachten lückenlos aufklären
Zur heutigen Sitzung des Parlamentarischen Untersuchungsausschusses (PUA) zur Aufklärung von Sachverhalten im Zusammenhang mit der Insolvenz der P+S- Werften erklärt die Obfrau der Linksfraktion, Jeannine Rösler:
„Herr Berthold Brinkmann hat eindrucksvoll die Situation der Sanierung auf den Werften aus der Perspektive des Insolvenzberaters geschildert. Er hat viele unserer Vermutungen mit seinen Aussagen bestätigt. So wies das KPMG- Sanierungsgutachten von Anfang an erhebliche Fehler auf. Diese Fehler zogen sich nach seinen Recherchen durch die gesamte Sanierungsphase. Auch Herr Brinkmann stellt sich die Frage, unter welchen Bedingungen der Auftrag für die Scandlines- Fähren zustande gekommen ist und ob er im Sanierungsgutachten von KPMG berücksichtigt wurde. Herr Brinkmann geht offenbar davon aus, dass die Scandlines- Fähren nicht in den Finanzrahmen passten. Diese Darstellung steht im Gegensatz zu anderen Zeugenaussagen. Letztlich ist durch die Scandlines- Fähren ein „Riesenverlust“ entstanden.
Falsche Annahmen, fehlende Daten und unzutreffende Bewertungen im KPMG- Gutachten sind lückenlos aufzuklären. Schließlich stellte dieses Gutachten die Grundlage für die Sanierung dar. Es war auch für die Landesregierung hinsichtlich der Vergabe von Bürgschaften für die P+S Werften maßgebend.
In vielen Fragen, etwa zu den Bedingungen des Scandlines-Auftrags, zum problematischen Gewichtsmanagement, zur Höhe und zum Umgang mit den Altschulden oder eben auch zu Fehlern im Sanierungsgutachten hat der Insolvenzverwalter Untersuchungen angekündigt. Diese sind zur Aufklärung der Sachverhalte im Untersuchungsausschuss von großer Relevanz. Wir werden uns deshalb vorbehalten, Herrn Brinkmann nochmals vorzuladen, sobald die entscheidenden Untersuchungen abgeschlossen sind."
