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Faire Löhne und gute Arbeitsbedingungen sind das A und O im Kampf gegen den Arbeits- und Fachkräftemangel in der Gastronomie

Henning FoersterPressemeldungenArbeit und Wirtschaft

Zum Demonstrationsaufruf der Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) am morgigen Dienstag in Zinnowitz erklärt der gewerkschaftspolitische Sprecher der Linksfraktion, Henning Foerster:  

„Auch im Tourismusland Mecklenburg-Vorpommern kennen wir folgende Szenarien: Cafés mit der Aufschrift ‚Servicekräfte gesucht‘, Restaurants, die ihre Öffnungszeiten reduzieren, oder Hotels, die keine warmen Speisen mehr anbieten. Der Arbeits- und Fachkräftemangel in der Branche ist eine der größten Herausforderungen – und das nicht erst seit gestern.

Bereits im vergangenen Jahr zeigte eine Studie der Hans-Böckler-Stiftung im Auftrag der Gewerkschaft NGG, dass es vor der Corona-Pandemie deutschlandweit noch steigende Beschäftigungs- und Umsatzzahlen im Gastgewerbe gab. Doch schon im ersten Pandemiejahr hatte sich jeder vierte sozialversicherungspflichtig Beschäftigte in der Branche entschieden, den Job zu wechseln. Diese Hotelfachleute, Köche und Servicekräfte arbeiten inzwischen vor allem im Einzelhandel, im Logistik- und im Dienstleistungsbereich. 

Während sich die Umsätze im Gastgewerbe nach dem Abebben der Pandemie wieder erholen, fehlen landesweit nach wie vor viele Arbeits- und Fachkräfte. Das wirksamste Mittel dagegen sind faire, d. h. Tariflöhne und gute Arbeitsbedingungen. Darüber hinaus geht es aber auch um bezahlbaren Wohnraum für Beschäftigte in den Tourismusregionen des Landes. Darauf wollen die Beschäftigten und ihre Gewerkschaft NGG am morgigen Dienstag in Zinnowitz aufmerksam machen.

Dies ist auch bitter nötig, denn die Tarifverhandlungen für die Beschäftigten der Branche in Mecklenburg-Vorpommern ziehen sich seit Monaten ergebnislos hin. Der Grund sind Angebote der Arbeitgeberseite, die schlicht nicht verhandlungsfähig sind.

Die Antwort auf die drängenden Probleme kann kein Angebot sein, welches mit 13,42 Euro pro Stunde gerade einmal einen Euro oberhalb des gesetzlichen Mindestlohnes liegt. Das gilt auch für die nach wie vor im Raum stehenden Forderungen nach der Aufweichung des Arbeitszeitgesetzes.

Vor diesem Hintergrund steht meine Fraktion weiter konsequent an der Seite der Beschäftigten. Wir haben das Thema bereits im Juni im Landtag auf die Tagesordnung gesetzt und auf die schwierige Lage hingewiesen. Wenn durch Aktionen wie die NGG-Demo in Zinnowitz der öffentliche Druck auf die Arbeitgeber nun wieder erhöht werden soll, unterstützen wir das Anliegen auch vor Ort. Erforderlich ist ein ordentlicher Tarifabschluss, der die in der Branche Beschäftigten motiviert, an Bord zu bleiben. Darüber hinaus sollte er interessierten Quereinsteigerinnen und -einsteigern sowie potenziellen Auszubildenden einen Anreiz bieten, dort eine Tätigkeit aufzunehmen. Nur so kann der sich zuspitzende Arbeits- und Fachkräftemangel bekämpft werden.“

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