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Einsamkeit ist keine Frage des Alters – Daseinsvorsorge von besonderer Bedeutung

Elke-Annette SchmidtPressemeldungen

Zur gestrigen Debatte im Landtag über den Abschlussbericht „Runder Tisch gegen Einsamkeit im Alter“ erklärt die seniorenpolitische Sprecherin der Linksfraktion, Elke-Annette Schmidt

„Es war gut und wichtig, dass wir auf Drängen meiner Fraktion das Thema Einsamkeit im Alter in die Koalitionsvereinbarung mit der SPD aufgenommen haben. Vereinsamung ist nicht nur in unserem Land eine weit verbreitete und sehr unterschätzte Entwicklung. Mit dem Beschluss unseres Antrags ‚Für ein gutes Leben im Alter‘ haben wir im September 2022 unseren Willen unterstrichen, der Einsamkeit im Alter in unserem Land auf die Spur zu kommen und ihr etwas entgegenzusetzen. In fünf Arbeitsgruppen haben sich mehr als 60 Akteur:innen aus Wohlfahrt, Kommunen, Politik, Wissenschaft und Zivilgesellschaft eingebracht, die Situation und Entwicklung analysiert und Handlungsempfehlungen erarbeitet, wie man Einsamkeit im Alter verhindern kann. 

Eine der wichtigsten Erkenntnisse ist, dass der Kampf gegen Vereinsamung in den Bereich der Daseinsvorsorge gehört und hierfür in den Gemeinden verlässliche Rahmenbedingungen geschaffen werden müssen. Eine nach der Corona-Pandemie nicht mehr so überraschende Erkenntnis unserer Arbeit war, dass Einsamkeit keine Frage des Alters ist. Auch Jugendliche oder Menschen mittleren Alters können vereinsamen, wenn sie nicht ein empathisches Umfeld haben. Persönliche Krisen, psychische Erkrankungen und der Konsum legaler wie illegaler Drogen können in jedem Alter Ursache oder Folge von Vereinsamung sein. Wir brauchen Orte der Begegnung, Nachbarschaftstreffs und aufsuchende Gesundheits-, Sozial- und Besuchsdienste, um der Vereinsamung entgegenzuwirken. Stattdessen droht der Abbau von bestehenden Angeboten. Die aktuellen Finanzierungsprobleme des Landes und der Kommunen machen deshalb eines deutlich: Ohne Gerechtigkeit und Solidarität bei Steuern und in den sozialen Systemen wird es keine nachhaltige, solidarische Gesellschaft geben, werden wir drohender Vereinsamung nicht wirkungsvoll begegnen können. Zeit zu handeln – je früher, desto besser.“

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