Alle Möglichkeiten der Rettung der P+S-Werften tatsächlich ausgeschöpft?
Zur heutigen Sitzung des Parlamentarischen Untersuchungsausschusses (PUA) zur Insolvenz der P+S-Werften erklärt die Obfrau der Linksfraktion im PUA, Jeannine Rösler:
„Die beiden Zeugen, der Kautionsversicherer Michael Werner von der VHV und José Pérez Garcia, QBE, führten aus, dass sie 2012 von der Insolvenz der Werften überrascht worden seien. Gerügt wurde offen, dass es keinerlei Kontakt zwischen dem letzten Geschäftsführer Rüdiger Fuchs und den Kautionsversicherern gegeben habe. Herr Fuchs habe damit das letzte Maß an Verhandlungen nicht ausgereizt und die Möglichkeiten der Erhöhung der Finanzierungslinie nicht in Anspruch genommen. Nach Ansicht von Herrn Pérez Garcia hätte die Insolvenz durchaus verhindert werden können.
Herr Pérez Garcia bestätigte unsere Auffassung, dass die Finanzierungs- und Beratungskosten eine extreme Belastung für die Werften darstellten. Nach seiner Auffassung hätte auf den einen oder anderen Finanzberater verzichtet werden können, denn diese seien oft parallel mit gleichen Aufträgen befasst gewesen. Die Werft hätte an dieser Stelle erheblich Geld sparen können.
Darüber hinaus haben beide Zeugen ausgeführt, dass sie über die Schwierigkeiten beim Bau der Scandlines-Fähren unzureichend informiert waren. Beide seien irritiert und entsetzt darüber gewesen, dass sie erst aus den Medien über die extreme Gewichtsüberschreitung der Scandlines-Fähren und der Insolvenz der Werften erfahren mussten.
Vor dem Hintergrund dieser Aussagen bleibt es für uns weiterhin unklar, warum im August 2012 plötzlich die Insolvenz der P+S Werften angemeldet worden ist, offenbar ohne tatsächlich alle Möglichkeiten der Rettung auszuschöpfen.“
