Ab heute arbeiten ostdeutsche Beschäftigte bis Jahresende für lau
Ab heute arbeiten ostdeutsche Beschäftigte rein rechnerisch bis zum Jahresende ohne Bezahlung. Nach Angaben des DGB liegt die Lohndifferenz zwischen Ost und West bei Vollzeitbeschäftigten noch immer bei 883,46 Euro brutto im Monat. Dazu erklärt der gewerkschaftspolitische Sprecher der Linksfraktion, Henning Foerster:
„Es ist eine Schande, dass die Lohndifferenz zwischen Ost und West auch 34 Jahre nach der Wende immer noch 19 Prozent beträgt – und das, obwohl im Osten etwa eine Stunde in der Woche länger gearbeitet wird. Eine maßgebliche Ursache liegt in der Tarifflucht der Unternehmen. In Mecklenburg-Vorpommern fielen zuletzt lediglich noch 40 Prozent der Beschäftigten unter den Geltungsbereich eines Tarifvertrages. Das muss sich dringend ändern, denn Tarifverträge bedeuten deutlich höhere Löhne. Dort, wo es sie gibt, ist die Ost-West-Angleichung vielfach vollzogen.
Damit die Löhne aus dem Keller kommen, legt die rot-rote Koalition den Fokus auf mehr Tarifbindung. Wir haben mit dem Tariftreue- und Vergabegesetz hier im Land klar gemacht, dass faire Löhne Voraussetzung sind, öffentliche Aufträge zu erhalten. Mehr Tariftreue verhindert den Dumpingwettbewerb auf Kosten der Beschäftigten. Darüber hinaus haben wir mit der Ausrichtung der Wirtschaftsförderung auf gute Löhne sowie der Einführung des Betriebs- und Personalrätepreises deutliche Zeichen gesetzt. Jetzt sind die Arbeitgeber am Zug. Seit Jahren haben sie sich im Zukunftsbündnis zu mehr Tarifbindung bekannt, passiert ist indes wenig.
Auch auf Bundesebene ist ein Tariftreuegesetz überfällig. Insbesondere die FDP darf Verbesserungen zugunsten der Beschäftigten nicht länger blockieren. Und auch die Arbeitgeberverbände müssen sich bewegen und dürfen sich nicht länger guten Löhnen verweigern. Stellen sie sich weiter dagegen, verspielen sie womöglich die Zukunft ihrer Unternehmen.“
