Zwischen Bekenntnis und Blockade: Archäologisches Landesmuseum jetzt realisieren
Zum Fachaustausch mit Roland Methling und Carsten Schmoldt vom „Freundeskreis Archäologisches Landesmuseum MV e. V.“ erklärt die kulturpolitische Sprecherin der Linksfraktion, Elke-Annette Schmidt:
„Wenn Menschen über Jahrzehnte hinweg unbeirrt für eine Idee eintreten, dann geht es längst nicht mehr nur um das Archäologische Landesmuseum – dann geht es um Verantwortung für Geschichte, Identität und Zukunft. Roland Methling, ehemaliger OB der Hansestadt Rostock, und Carsten Schmoldt, ehrenamtlicher Bodendenkmalpfleger, setzen sich gemeinsam mit vielen weiteren Engagierten im Freundeskreis Archäologisches Landesmuseum MV e. V. seit Jahrzehnten mit großer Beharrlichkeit, Fachkenntnis und Leidenschaft für das geplante Museum und für dessen Standort am Stadthafen in Rostock ein.
In einem intensiven Austausch wurde deutlich, wie viel Herzblut, aber auch wie viel Geduld dieses Engagement verlangt. Denn obwohl sich das Land grundsätzlich zum Bau eines Archäologischen Landesmuseums bekennt, steckt das Projekt weiterhin in einem Schwebezustand zwischen politischem Willen und fehlender Verbindlichkeit.Standortfragen sind bisher ungeklärt, die Finanzierung ist offen, der Zeitplan brüchig. Gleichzeitig wächst die Dringlichkeit. Mecklenburg-Vorpommern ist noch immer das einzige Bundesland ohne ein solches Museum. Dabei werden hier durch das große Engagement der vielen ehrenamtlich tätigen Bodendenkmalpflegenden unschätzbare archäologische Zeugnisse gesichert.
Die Schätze, die bewahrt werden sollen, sind Zeugnisse von Aufbruch und Begegnung. Der Hiddenseer Goldschatz etwa, filigran gearbeitet und von geheimnisvoller Schönheit, trägt noch immer die Spuren einer Welt zwischen nordischer Mythologie und beginnendem Christentum. Der Kultwagen von Peckatel, klein und doch von großer Bedeutung, lässt erahnen, wie Menschen vor über dreitausend Jahren ihre Vorstellungen vom Kosmos, vom Leben und vom Göttlichen in Formen gegossen haben. Und aus der Tiefe der Ostsee erzählen Wracks, Waffen und Handelsgüter von einer Zeit, in der die Ostsee keine Grenze war, sondern eine pulsierende Verbindung zwischen Kulturen.
All diese Funde sind Fragmente einer gemeinsamen Erinnerung. Sie verbinden Mecklenburg-Vorpommern mit dem gesamten Ostseeraum und machen deutlich, dass dieses Land seit Jahrtausenden ein Ort der Begegnung ist. Ein Archäologisches Landesmuseum würde diese Geschichten endlich zusammenführen, sichtbar machen und für kommende Generationen bewahren.
Für die Linksfraktion ist deshalb klar: Der Standort am Rostocker Stadthafen bietet die größte Strahlkraft für ein solches Museum. Dort, wo Wasser und Stadt, Geschichte und Gegenwart aufeinandertreffen, kann ein Ort entstehen, der Menschen anzieht, der Wissen vermittelt und Identität stiftet. Gerade im Zusammenspiel mit Tourismus, Wissenschaft und urbaner Entwicklung liegt hier eine Chance, die weit über Mecklenburg-Vorpommern hinausweist. Jeder weitere Aufschub bedeutet, dass ein Teil unserer Geschichte im Verborgenen bleibt.
Es braucht jetzt klare Entscheidungen, eine gesicherte Finanzierung und eine verlässliche Zusammenarbeit zwischen Land und Stadt. Die Linksfraktion wird sich stark dafür einsetzen, dass das Archäologische Landesmuseum Wirklichkeit wird – als Ort der Erinnerung, als Raum für Bildung und Forschung sowie als lebendiges Zentrum kultureller Identität.“
