Verstellter Blick der Regierung auf Arbeitsmarktstatistik hilft nicht weiter
Zu den heute veröffentlichten Arbeitsmarktzahlen für März 2017 erklärt Helmut Holter, arbeitsmarktpolitischer Sprecher der Linksfraktion:
„Zu dem von Arbeitsminister Glawe gefeierten Rückgang der Anzahl der arbeitslosen Frauen und Männer im Land um 11.500 gehören zum Beispiel auch die Zunahme der Arbeitslosigkeit im Arbeitslosengeldbezug um 2.087 Personen sowie eine höhere Anzahl von Menschen in arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen (+1.714). Das zeigt neben der demografischen Entwicklung einmal mehr wie abhängig Mecklenburg-Vorpommern von arbeitsmarktunterstützenden Maßnahmen ist, zumal den 12.427 gemeldeten sofort zu besetzenden Stellen offiziell mehr als 108.000 arbeitslose oder in Maßnahmen befindliche Frauen und Männer gegenüber stehen.
Mehr als 1.100 unbesetzte Ausbildungsplätze allein im Restaurant- und Gastgewerbe, 6.300 unbesetzte Ausbildungsplätze insgesamt, 22 Arbeitslose auf eine freie Stelle in der Land-, Forst- und Tierwirtschaft sowie im Gartenbau und mehr als 50.000 arbeitslose Frauen und Männer im Hartz-IV-Bezug machen den großen Handlungsdruck deutlich, dem sich die Landesregierung nach wie vor nicht stellt. Die landes- und bundespolitischen Versäumnisse und Fehlentwicklungen der letzten zehn Jahre holen uns ein. Wir brauchen bessere Arbeitsbedingungen, eine bessere Schul- und Berufsausbildung sowie Beschäftigungsprogramme für Langzeitarbeitslose, zum Beispiel ein Gemeindearbeiterprogramm. Wenn der scheidende oberste Hüter der Bundesregierung über die Arbeitslosen, Frank-Jürgen Weise, einen staatlich subventionierten Arbeitsmarkt für Langzeitarbeitslose fordert, dann ist dem nur zuzustimmen. Der Ministerpräsident sollte seine diesbezügliche Blockadehaltung endlich aufgeben. Die Menschen in Mecklenburg-Vorpommern, die gern arbeiten wollen, aber nicht können, haben diese Verweigerungshaltung nicht verdient.“
