Sozialministerium ignoriert Probleme der Schuldnerberatungsstellen
Auf dem heutigen Fachtag der Landesarbeitsgemeinschaft Schuldnerberatung in Schwerin ist nach Angaben der sozialpolitischen Sprecherin der Linksfraktion, Irene Müller, deutlich geworden, dass das Sozialministerium offenbar die Probleme der Beratungsstellen und deren Trägervereine nicht kennt.
„Am 7. April ist der erste Förderbescheid für das Jahr 2011 erlassen worden und erst am Ende des Monats sollen alle Träger über die Bewilligungen verfügen“, sagte Frau Müller am Montag. Damit mussten die Träger vier Monate finanziell in Vorleistung gehen. Zugleich sollen die Träger Zinsen bezahlen, die für nicht anerkannte Positionen bei den Abrechnungen aus dem Jahr 2008 angefallen sind. „Das Ministerium weiß offenbar nicht, wie das Landesamt für Gesundheit und Soziales in seinem Auftrag agiert.“
Ebenso unbekannt sei dem Ministerium, dass einzelne Kreise Ende Januar die Träger aufgefordert haben, ihre Arbeitsverträge rückwirkend zu ändern, da die Einwohnerzahl zurückgegangen sei. „Die Träger sind aber an mehrmonatige Kündigungsfristen gebunden, ein solcher Umgang mit den Trägern und Beschäftigen in den Schuldnerberatungsstellen ist skandalös.“
Völlig offen sei bislang die Umsetzung der Förderung für die Beratungsstellen nach der geplanten Kreisgebietsreform. „Ich fordere die Landesregierung auf, hier umgehend Klarheit für die Träger und die Beraterinnen und Berater zu schaffen“, sagte Frau Müller. „Mit der Antragstellung im September muss diese Problematik behoben sein, das kann nicht auf die Zeit nach den Landtagswahlen verschoben werden.“
