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Musisch. Magisch. Mittendrin. – Zukunftsschloss Gadebusch braucht eine verlässliche Perspektive

Elke-Annette SchmidtPressemeldungen

Zum Austausch über die Entwicklung des Zukunftsschlosses und der Akademie für musikalisch-kulturelle Bildung erklärt die kulturpolitische Sprecherin der Linksfraktion, Elke-Annette Schmidt:

„Bei einem Besuch des Zukunftsschlosses Gadebusch haben sich Vertreterinnen der Linksfraktion im Landtag Mecklenburg-Vorpommern über den Stand der Sanierung, die kulturelle Nutzung des Schlossensembles und die weitere Entwicklung der Akademie für musikalisch-kulturelle Bildung Mecklenburg-Vorpommern informiert. An dem Gespräch nahmen unter anderem Bürgermeister Arne Schlien, Karl Heinrich Wendorf, Geschäftsführer der kultursegel gGmbH und Gesamtprojektleiter, sowie Vertreter:innen des Schlossvereins und der Kommunalpolitik teil.

Was in Gadebusch entstanden ist, zeigt eindrucksvoll, was möglich ist, wenn eine Kommune, Kulturschaffende, Vereine und viele engagierte Menschen gemeinsam an einer Idee festhalten. Insgesamt konnten seit 2020 nach Angaben des Projektes weit über zehn Millionen Euro an Sanierungsfördermitteln öffentlicher und privater Förderer eingeworben werden. 

Eine zentrale Rolle spielt dabei die schrittweise entstehende Akademie für musikalisch-kulturelle Bildung Mecklenburg-Vorpommern. Mecklenburg-Vorpommern ist bislang das einzige deutsche Flächenland ohne eine entsprechende Akademie. In Gadebusch soll ein zentraler Ort für Menschen entstehen, die gemeinsam musizieren, lernen, sich fortbilden und kulturell begegnen wollen. Bereits heute finden in hier Probenphasen von Ensembles, Konzerte, Musikcamps und Klassenfahrten, Fortbildungen, Fachtage und Tagungen statt. Hinzu kommen Vernetzungs- und Austauschformate, digitale Produktionen und inklusive Kulturangebote. Auch das ‚zusch festival‘ gehört inzwischen zum vielfältigen Programm auf dem Schlossberg.

Besonders wichtig ist dabei der Anspruch des Zukunftsschlosses, ein Ort für alle Menschen zu sein. Barrierefreiheit, Offenheit, Vielfalt und Inklusion gehören von Beginn an zum Leitbild. Fachlich begleitet wird dieser Prozess unter anderem durch das Lebenshilfewerk Mölln-Hagenow, den Arche-Hof Kneese und capito Mecklenburg-Vorpommern. Gleichzeitig ist das Zukunftsschloss ein Treffpunkt für die Menschen vor Ort. Vereinsversammlungen, Lesungen, Filmabende, Kleinkunst und Familienangebote gehören ebenso zum Konzept wie die großen musikalischen und kulturellen Formate.

Eine tragende Säule dieser Entwicklung ist das bürgerschaftliche Engagement. Der Förderverein Renaissanceschloss und Museum Gadebusch unterstützt seit Jahren die Entwicklung und Sanierung des Schlossensembles. Seine Mitglieder kümmern sich um die Außenanlagen, organisieren Veranstaltungen und Führungen und beteiligen sich auch finanziell an der Sanierung. Für dieses Engagement wurde der Verein 2021 mit dem Friedrich-Lisch-Denkmalpreis des Landes Mecklenburg-Vorpommern ausgezeichnet.

Eine zentrale Herausforderung für die kommenden Jahre bleibt die Finanzierung der Akademie. Im Rahmen der derzeitigen jährlichen Basis-Projektförderung beteiligt sich das Land Mecklenburg-Vorpommern mit 45.000 Euro, der Landkreis Nordwestmecklenburg mit 20.000 Euro und die Stadt Gadebusch mit 25.000 Euro. Darüber hinaus werden weitere öffentliche und private Projektförderungen eingeworben, darunter Mittel aus dem Programm ‚Aller.Land‘. Hinzu kommen Eigeneinnahmen und Spenden. In Ausstattung und Öffentlichkeitsarbeit wurden nach Angaben von ‚kultursegel‘ bislang rund 175.000 Euro investiert.

Eine Akademie mit landesweiter Ausrichtung kann jedoch auf Dauer nicht von Förderantrag zu Förderantrag leben. Wenn das Land die Akademie als Bestandteil seiner Kultur- und Bildungslandschaft versteht, muss daraus perspektivisch auch eine verlässliche finanzielle Verantwortung erwachsen. Projektmittel bleiben wichtig, können aber eine dauerhaft tragfähige Struktur nicht ersetzen. Aus Sicht der Linksfraktion muss deshalb gemeinsam mit den Beteiligten geklärt werden, wie die Akademie in den kommenden Jahren verstetigt werden kann. 

In Gadebusch ist in den vergangenen Jahren mit viel Mut, Kreativität und Beharrlichkeit etwas Außergewöhnliches entstanden. Jetzt geht es darum, das Erreichte langfristig zu sichern und die nächsten Entwicklungsschritte zu ermöglichen. Das Zukunftsschloss trägt seinen Namen zu Recht. Hier wird historische Substanz bewahrt und zugleich Zukunft gestaltet. Dafür braucht es neben dem beeindruckenden Engagement vor Ort politische Verlässlichkeit.“

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