MeLa 2024 – zwischen stabiler Gegenwart und ungewisser Zukunft
Zur MeLa, der Fachausstellung für Landwirtschaft, Ernährung und ländliche Perspektiven, die in diesem Jahr zum 33. Mal in Mühlengeez stattfindet, erklärt der agrarpolitische Sprecher der Linksfraktion, Dirk Bruhn:
„Auf der Fachausstellung spiegelt sich die Lage der Vieh- und Agrarwirtschaft des Landes, die sich heute zwischen stabiler Gegenwart und einer eher ungewissen Zukunft, aber auch Zuversicht präsentiert.
Erfreulicherweise ist die Erntesituation durchschnittlich, die Erträge tragen dazu bei, die Ackerbaubetriebe für das kommende Jahr gut aufzustellen. Anders sieht es bei den viehhaltenden Betrieben aus, die von einer Krise in die nächste schlittern. Mit der Vogelgrippe, der Blauzungenkrankheit und der Afrikanischen Schweinepest sind die Betriebe im Land stark belastet. Der Trend zum Ausstieg aus der Tierhaltung und zur Aufgabe von Betrieben konnte trotz gezielter Fördermaßnahmen des Landes nicht gestoppt werden. Das bereitet allen Beteiligten Sorge.
Darüber hinaus ist das Agrarpaket des Bundes eine große Enttäuschung. Tatsächlicher Bürokratieabbau ist nicht erkennbar, eine echte Entlastung der Betriebe ebenso wenig. Die geplanten deutlichen Verschärfungen im Tier- und Pflanzenschutz sowie im Düngerecht werden es den Landwirtinnen und Landwirten nicht leichter machen. Die erfolgten Streichungen von Subventionen, Stichwort Agrardiesel, werden nicht kompensiert, sondern mit der steuerrechtlichen Tarifglättung gegengerechnet. Hinzu kommt, dass Genossenschaften und Kapitalgesellschaften, die das Rückgrat für die Landwirtschaft bei uns im Land bilden, davon ausgenommen sind.
Dennoch bin ich zuversichtlich, dass die Landwirtschaft in Mecklenburg-Vorpommern eine gute Zukunft hat. So ist nicht allein die MeLa auf Wachstumskurs, künftig wird es auch einfacher, neue Einkommensquellen für die Betriebe zu erschließen. Große Chancen liegen im Umbau zur CO2-Neutralität – etwa im Bereich der Biomasse oder dem Ausbau der Windkraft und Photovoltaik. Sie müssen beherzt ergriffen werden.“
