Lebendiges Filmarchiv in Güstrow kann neue Perspektiven für Kultur und Bildung eröffnen
Zum Treffen mit Jens-Hagen Schwadt (Filmklub Güstrow e. V.) über das Konzept eines „Lebendigen Filmarchivs“ erklärt die kulturpolitische Sprecherin der Linksfraktion, Elke-Annette Schmidt:
„Es sind Bilder, die bleiben. Bewegte Erinnerungen, eingefangen auf Zelluloid, Magnetband und digitalen Spuren – Zeugnisse von Leben, Wandel und Geschichte in Mecklenburg-Vorpommern. Damit diese Bilder nicht verstummen, braucht es Orte, die sie bewahren und zugleich neu zum Sprechen bringen. Einen solchen Ort könnte es bald in Güstrow geben.
Ich habe mich in einem intensiven Arbeitsgespräch mit Jens-Hagen Schwadt vom Filmklub Güstrow e. V. über den Stand der Konzeptentwicklung für ein Filmarchiv M-V informiert und sehe darin eine herausragende Chance für eine moderne Kultur-, Bildungs- und Erinnerungspolitik in unserem Land. Die Idee basiert darauf, dass neben der Sicherung und fachgerechten Erhaltung der filmischen Bestände, die aus dem ehemaligen Landesfilmarchiv in Wismar stammen, diese auch einer breiten Öffentlichkeit durch Digitalisierung zugänglich gemacht werden.
Flankierend soll dabei auch die medienpädagogische Vermittlungdieses Kulturerbes Raum bekommen. Filme können als Lernmaterialien dienen, zu Gesprächsanlässen werden sowie zwischen Generationen Brücken schlagen, ob in Schulen, in der Jugendarbeit oder in der politischen Bildung. Damit bleibt Geschichte nicht abstrakt, sondern wird erfahrbar. Gerade in der Auseinandersetzung mit ostdeutscher Geschichte bieten DEFA-Filme und regionale filmische Zeitzeugnisse ein enormes Potenzial für Demokratiebildung und Identitätsarbeit.
Die Linksfraktion sieht in dem Konzept eine große Chance. In Güstrow kann damit ein kultureller Ankerpunkt entstehen, der weit über die Region hinaus wirkt – auf Schulen, Kommunen und kulturelle Netzwerke im ganzen Land. Der Filmklub Güstrow e. V. kann dabei auf Erfahrungen aus seiner langjährigen und vielfach ausgezeichneten Arbeit zurückgreifen. Der Verein hat mit Initiativen wie dem ‚Dorfkino‘ bereits gezeigt, wie kulturelle Teilhabe auch jenseits urbaner Zentren gelingen kann.
Die Linksfraktion wird den weiteren Prozess aktiv begleiten. Denn klar ist: Wenn wir unsere Geschichten erhalten, schaffen wir nicht nur Erinnerung – wir schaffen Orientierung, Identität und Zukunft.“
