Landeselternrat gibt Ganztag eine starke Stimme – gemeinsam für gute Qualität
Zur Initiative des Landeselternrates, des Kita-Landeselternrates und des Landesschülerrates Mecklenburg-Vorpommern für verbindliche Qualitätsstandards im Ganztag erklärt die Vorsitzende und bildungspolitische Sprecherin der Linksfraktion, Jeannine Rösler:
„Mit dem Rechtsanspruch auf Ganztagsförderung beginnt eine neue Etappe für die Grundschulen und Horte in Mecklenburg-Vorpommern. Entscheidend ist, dass Kinder einen Ganztag erleben, in dem sie sich wohlfühlen, gut lernen, gefördert werden, Freundschaften pflegen und ebenso Zeit für Bewegung, Spiel und Erholung haben.
Deshalb begrüßen wir ausdrücklich, dass sich der Landeselternrat, der Kita-Landeselternrat und der Landesschülerrat Mecklenburg-Vorpommern gemeinsam und mit großem Engagement in die Ausgestaltung des Ganztags einbringen. Ihre Initiative für verbindliche Qualitätsstandards ist ein wichtiger Beitrag zur bildungspolitischen Debatte. Sie macht deutlich: Wer über guten Ganztag spricht, muss mit denjenigen sprechen, die Schule, Hort und Betreuung jeden Tag erleben – mit Kindern, Jugendlichen und ihren Familien.
Die drei Landesvertretungen zeigen zugleich, wie Beteiligung funktionieren kann: Interessen werden gebündelt, konkrete Vorschläge entwickelt und die Perspektiven von Familien und jungen Menschen in politische Entscheidungsprozesse getragen. Das verdient Anerkennung und vor allem Gehör. Besonders wertvoll ist dabei die Arbeit des Landeselternrates Mecklenburg-Vorpommern. Seine landesweite Elternumfrage mit 4.863 Teilnehmenden liefert ein eindrucksvolles Bild davon, was Familien im Bildungssystem beschäftigt. Die Rückmeldungen reichen von individueller Förderung und personeller Ausstattung über Ganztag und Inklusion bis hin zu psychischer Gesundheit, Elternbeteiligung und Bildungsübergängen.
Für uns als Linksfraktion ist deshalb klar: Elternbeteiligung ist ein wesentlicher Bestandteil guter Bildungspolitik. Eltern kennen die Stärken, aber auch die Schwierigkeiten, die ihre Kinder im Bildungsalltag erleben. Das gilt genauso für die Perspektive der Schüler:innen. Ihre Vorstellungen von guten Räumen, Freizeit, Essen, Angeboten, Rückzugsmöglichkeiten und Mitbestimmung müssen Gewicht haben.
In vielen Punkten liegen die gemeinsamen Vorstellungen der Landesvertretungen und der Linksfraktion eng beieinander. Wir unterstützen insbesondere den starken Fokus auf Kinderrechte, Inklusion, multiprofessionelle Zusammenarbeit und verbindliche Beteiligung. Wenn Kinder bei der Gestaltung ihres Ganztags mitbestimmen und Eltern ihre Erfahrungen systematisch einbringen können, verbessert das nicht nur die Akzeptanz von Entscheidungen, sondern auch deren Qualität. Deshalb begrüßen wir auch Überlegungen zu dauerhaften Beteiligungsstrukturen, in denen Eltern- und Schüler:innenvertretungen frühzeitig informiert werden, eigene Themen einbringen und die Qualitätsentwicklung begleiten können.
Dass guter Ganztag verbindliche Qualitätsstandards braucht, wird auch von Fachverbänden unterstrichen. Entscheidend sind dabei neben ausreichendem Personal und guten räumlichen Bedingungen verlässliche Kooperations- und Beteiligungsstrukturen sowie eine dauerhaft gesicherte Finanzierung.
Der Rechtsanspruch bietet Mecklenburg-Vorpommern die Chance, Ganztag gemeinsam weiterzuentwickeln. Landeselternrat, Kita-Landeselternrat und Landesschülerrat sind dabei wichtige Partner. Wir freuen uns deshalb auf die weitere Diskussion über die Vorschläge.“
