Grüner Wasserstoff? Ja, bitte – aber nicht aus den Händen von Despoten

Elke-Annette SchmidtPressemeldungen

Zum Deal der Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche und Saudi-Arabien, grünen Wasserstoff aus Saudi-Arabien zu bestellen, erklärt die energiepolitische Sprecherin der Linksfraktion, Elke-Annette Schmidt:

 

„Zu spät, zu kurz gedacht und leider völlig geschichtsvergessen – anders kann man die aktuellen Fantasien, Mecklenburg-Vorpommern erneut in die Abhängigkeit eines Autokraten zu schicken, kaum nennen. 

Was derzeit im Überseehafen Rostock mit glänzenden Augen bejubelt wird, sind genau jene Szenarien, die dieselben Akteure noch vor wenigen Jahren als unzumutbares Worst-Case-Szenario empört von sich gewiesen haben. Damals war es offenbar politisch schick, so zu tun, als hätte man aus der fatalen Abhängigkeit von autoritären Regimen gelernt. Heute scheint das Gedächtnis bemerkenswert kurz und der Reflex, sich dem nächsten Autokraten einzureihen, um billige Moleküle zu ergattern, wieder voll intakt.

Anstatt unsere eigene regionale Wasserstoffproduktion endlich ernsthaft hochzufahren, wird darüber nachgedacht, sich erneut Abhängigkeiten ans Bein zu binden. Das ist energiepolitisch fahrlässig, sicherheitspolitisch kurzsichtig und wirtschaftlich unklug. Wer heute auf die Launen eines Despoten setzt, darf sich morgen nicht über Druckmittel, Lieferstopps und politische Erpressbarkeit wundern. 

Wir brauchen investitionsstarke, heimische Wertschöpfung. Jeder Euro, den wir in solche Abhängigkeiten stecken, fehlt beim Aufbau einer robusten und regionalen Infrastruktur. 

Wer jetzt schon wieder darüber nachdenkt, irgendwelchen Despoten die Taschen zu füllen, statt in eigene Kapazitäten und klimafreundliche Zukunftstechnologien zu investieren, hat aus den letzten Krisen schlicht nichts verstanden. Mecklenburg-Vorpommern braucht Mut zur eigenen Produktion, keinen öffentlichkeitswirksamen Deal mit der nächsten Diktatur.“