Der Wolf bleibt geschützt – den Menschen Ängste vor diesem faszinierenden Tier nehmen
Zum Antrag „Wolfsmanagement auf Absenkung des Schutzstatus vorbereiten – Aufklärung und Prävention weiterhin in den Fokus stellen“ erklärt der agrarpolitische Sprecher der Linksfraktion, Dirk Bruhn:
„Es ist eine Erfolgsgeschichte des Naturschutzes, dass in Mecklenburg-Vorpommern seit 2006 wieder dauerhaft Wölfe leben. Naturgemäß geht mit der Zunahme der Wölfe eine Zunahme der Konflikte mit den Weidetierhaltern einher. Die Weidetierhaltung, die für die Artenvielfalt unersetzlich ist, wurde zunehmend schwieriger. Deshalb wurde in den zurückliegenden Jahren der Herdenschutz finanziell stetig gestärkt, auch die Weidetier-Prämie wurde wieder eingeführt.
Aufgrund des bestehenden hohen Schutzstatus des Wolfes ist es sehr schwierig bis nahezu unmöglich, auffällig gewordene Wölfe rechtssicher zu entnehmen, die regelmäßig Weidetiere jagen oder in Ortschaften auftauchen. Deshalb müssen Regularien geschaffen werden, um die die Entnahme von problematischen Wölfen einfacher und damit schneller zu ermöglichen.
Mit der von der EU-Kommission vorgeschlagenen Änderung der Schutzstatus des Wolfes in der Berner Konvention sowie in der FFH-Richtlinie, wonach dieser von ‚streng geschützt‘ auf ‚geschützt‘ herabgestuft werden soll, werden die Handlungsspielräume der Länder flexibler und ein regionales Bestandsmanagement wird perspektivisch ermöglicht. Die Bestände des Wolfes haben sich so gut entwickelt, dass dies aus Sicht des Naturschutzes zu verantworten und aus Perspektive der Weidetierhalter notwendig ist.
Deshalb soll sich das Land für eine rechtssichere Anpassung des Schutzstatus des Wolfes auf EU-, Bundes- und Landesebene einsetzen. Wölfe sind als Bestandteil der heimischen Fauna anzuerkennen, das Wolfsmanagement und -monitoring müssen personell und finanziell auskömmlich ausgestattet werden. Zugleich sollen Aufklärung und Prävention fortgeführt werden, um den Menschen die Ängste vor diesem faszinierenden Tier zu nehmen.“
