Antrag der Fraktion der CDU Pflegehelferausbildung modernisieren und ausbauen

Steffi Pulz-Debler
Steffi Pulz-DeblerRede

Frau Präsidentin, meine Damen und Herren,
die CDU-Fraktion hat mit ihrem Antrag ein wichtiges Thema aufgegriffen.
Ja, der Fachkräftemangel macht auch vor der Pflege nicht halt und er betrifft alle Bereiche der
Pflege – sowohl die stationäre, einschließlich der Intensivpflege, als auch die teilstationäre,
also die Tagespflege, und auch die ambulante Pflege, wie uns im Rahmen des Workshops der
Initiative „Pflege in Not“ am 7. September in Neubrandenburg bestätigt wurde.
Die Pflegekassen haben allein für die Sicherstellung der Personalbemessung in vollstationären
Einrichtungen für unser Bundesland ab dem 1.7. dieses Jahres einen Mehrbedarf von rund
1.800 Vollzeitbeschäftigte für unser Bundesland prognostiziert, davon rund 280
Pflegefachkräfte und rund 1.520 Vollzeitäquivalente für Pflegehilfs- und -assistenzkräfte.
Inwieweit dieser Bedarf unter- oder sogar überschritten wird, das hängt von verschiedenen
Faktoren ab, zum Beispiel von der weiteren Entwicklung der Pflegebedürftigkeit und der
Schweregrade sowie von der konkreten Belegung in den stationären Einrichtungen.
Grundsätzlich wird der Bedarf an Pflegefach- sowie Pflegehilfs- und -assistenzkräften steigen,
da unsere Bevölkerung älter wird.
Zusätzlich wird die Situation dadurch verschärft, dass die sogenannten Babyboomer-
Jahrgänge auch in der Pflege in den nächsten Jahren aus dem Berufsleben ausscheiden
werden.
Die Bezahlung in der Pflege, die jahrelang zu wünschen übrigließ, ist nicht mehr das Problem.
Eher sind es nun die Arbeitsbelastung und natürlich die Ausbildung.
Die Vorschläge der CDU-Fraktion sind durchaus bedenkenswert, doch muss ich an dieser
Stelle darauf hinweisen, dass sie selbst in Regierungsverantwortung in Bund und Land viel
haben liegenlassen, was sie jetzt von anderen fordern.
Und auch die Kritik und Bedenken bezüglich der Einführung der generalistischen
Ausbildung, die wir von Anfang an geteilt haben, scheinen sich jetzt zu bestätigen.
Die Ministerin hat zu den verschiedenen Maßnahmen auf Landesebene, die entweder schon
ergriffen wurden oder sich in der Vorbereitung befinden, schon ausgeführt und auch auf die
Maßnahmen auf Bundesebene hingewiesen.
Insofern greift der Antrag ein wichtiges Thema auf, aber es braucht ihn nicht für die weitere
Problemlösung. Eben so wenig braucht es den Änderungsantrag der FDP, da Bund und Land
bereits auf dem Weg sind.
Auch dazu wurde schon ausgeführt.
Vielen Dank.