Wer ausbremst, verspielt Vertrauen – gemeinsames Lernen ist unser Anspruch
Zum Antrag der CDU-Fraktion „Inklusion mit Augenmaß – ein ‚Ja‘ zur Inklusion ist kein ‚Nein‘ zu Förderschulen“ erklärt die Vorsitzende und bildungspolitische Sprecherin der Linksfraktion, Jeannine Rösler:
„Was die CDU als Inklusion mit Augenmaß verkauft, ist in Wahrheit ein Bremsmanöver auf Kosten der Kinder. Wer gesetzlich festgelegte Fristen zur Umwandlung der Förderschulen aussetzen will, riskiert Planungschaos, Unsicherheit und den Vertrauensverlust bei Schulträgern, Eltern und Lehrkräften.
Die UN-Behindertenrechtskonvention verpflichtet auch Mecklenburg-Vorpommern zur inklusiven Bildung. Sie ist kein Wunschkonzert. Es geht um das Recht jedes Kindes, gemeinsam mit anderen zu lernen – unabhängig von körperlichen, geistigen oder sozialen Voraussetzungen. Wer heute eine Rückkehr zur Förderschule fordert, höhlt am Ende die Inklusionsziele aus.
Aktuelle Studien u. a. von Forsa zeigen, dass die Mehrheit der Lehrkräfte Inklusion befürwortet, aber auch bessere Rahmenbedingungen fordert: mehr Personal, ausreichende räumliche Kapazitäten, kleinere Klassen und mehr Fortbildungen. Und genau daran arbeiten wir – mit Augenmaß. Seit 2016 begleitet uns die Strategie zur Umsetzung eines inklusiven Bildungssystems. Gegenwärtig erfolgt die schrittweise Aufhebung der Förderschulen mit dem Schwerpunkt Lernen, der Prozess soll bis spätestens 2030 abgeschlossen sein.
Bereits heute sind spürbare Fortschritte zu verzeichnen: 237 zusätzliche Lehrkräfte, neue Lerngruppen mit dem Förderschwerpunkt Sprache sowie für Kinder mit sozial-emotionalem Unterstützungsbedarf, Ausbau der Schulsozialarbeit, mehr Fortbildungen, bessere Übergänge. Inklusion bedeutet: Kinder lernen mit- und voneinander. Unterschiede sind kein Makel, sondern Stärke. Die Aufgabe ist groß – aber auch zu wichtig, um auf halber Strecke stehenzubleiben.“
