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Nie wieder Hass – immer wieder Menschlichkeit

Jeannine RöslerPressemeldungen

Der 9. November steht wie kaum ein anderes Datum für die Brüche und Wendepunkte in der deutschen Geschichte: An diesem Tag erinnern wir an die Reichspogromnacht von 1938 und feiern zugleich den Fall der Berliner Mauer im Jahr 1989. Zwei Ereignisse, die kaum gegensätzlicher sein könnten – und uns doch beide mahnen, Demokratie und Menschlichkeit zu verteidigen. Dazu erklärt die Vorsitzende der Linksfraktion, Jeannine Rösler:

„In der Nacht vom 9. auf den 10. November 1938 entlud sich der Hass gegen Jüdinnen und Juden mit unvorstellbarer Brutalität. Menschen wurden ermordet, Synagogen brannten, Geschäfte und Wohnungen wurden zerstört. Das vom NS-Regime gelenkte Novemberpogrom war der Beginn der systematischen Verfolgung und Ermordung der europäischen Juden.

Wir gedenken der Opfer und tragen Verantwortung, die Erinnerung wachzuhalten. Antisemitismus, Rassismus und jede Form von Diskriminierung dürfen in unserer Gesellschaft keinen Platz haben. Wer versucht, Geschichte zu relativieren oder mit Hass und Hetze das gesellschaftliche Klima zu vergiften, dem müssen wir entschieden entgegentreten.

Gleichzeitig erinnert der 9. November an den Fall der Berliner Mauer – das Ergebnis des Mutes und der Entschlossenheit unzähliger Menschen, die 1989 in der DDR für Freiheit, Demokratie und soziale Gerechtigkeit auf die Straße gingen. Ihr Protest brachte eine Diktatur ins Wanken und öffnete den Weg zur Wiedervereinigung.

Doch auch 35 Jahre später sind die Versprechen von damals nicht für alle eingelöst. Noch immer bestehen große Unterschiede zwischen Ost und West – bei Löhnen, Renten und wirtschaftlichen Chancen. Viele Menschen im Osten erleben, dass ihre Lebensleistung bis heute nicht gleich anerkannt wird. Diese Ungleichheiten sind Nährboden für Frust und Politikverdrossenheit.

Freiheit bedeutet nicht nur Meinungs- und Reisefreiheit, sondern auch soziale Sicherheit, gleiche Chancen und Teilhabe. Demokratie und Frieden sind kein Zustand, sondern eine tägliche Aufgabe. Wir brauchen eine Politik, die Gerechtigkeit ins Zentrum stellt – und keinen Menschen zurücklässt.“

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