Hochschulentwicklung 2026 bis 2030 – gemeinsam Weichen für die Zukunft stellen
Zur Anhörung der Sachverständigen zu den Eckwerten der Hochschulentwicklung 2026 bis 2030 heute im Wissenschaftsausschuss erklärt der hochschulpolitische Sprecher der Linksfraktion, Christian Albrecht:
„Mit der heutigen Anhörung hat die Debatte um die künftige Entwicklung der Hochschulen in Mecklenburg-Vorpommern an Tiefe gewonnen. Das Ziel, die Hochschulen in den kommenden Jahren verlässlich zu stärken, wird ausdrücklich begrüßt – ebenso wie der klare politische Wille, mit den Eckwerten eine langfristige Planungsgrundlage zu schaffen.
Die Hochschulen wollen noch mehr leisten – sie wollen ihre Studienangebote öffnen, digitale Lehre weiterentwickeln, innovative Forschung ausbauen und gesellschaftliche Verantwortung leben. Ob in der Lehrkräftebildung, der Pflegewissenschaft, der Künstlichen Intelligenz oder in regionalen Forschungskooperationen – die Ideen und Konzepte sind da, die Motivation ebenso. Die Sachverständigen machten aber auch deutlich, wo nachgesteuert werden muss, damit sich diese Potenziale tatsächlich entfalten können. Besonders die Universitätsleitungen, die Universitätsmedizinen und die Landeskonferenz der Studierendenschaften wiesen darauf hin, dass die vorgesehenen Steigerungsraten im Haushalt – 1,5 Prozent jährlich für Sachmittel und 2,5 Prozent für Personal – unter den aktuellen Bedingungen kaum ausreichen, um wachsende Aufgaben und steigende Kosten langfristig abzudecken. Trotz dieser finanziellen Engstellen arbeiten die Hochschulen weiter mit großem Engagement – doch für viele strategisch wichtige Themen wie Künstliche Intelligenz, Open Science oder Wissenschaftskommunikation fehlen ausreichende Mittel.
Auch die bauliche Situation wurde kritisch, aber konstruktiv angesprochen. Die Hochschulen schätzen die langfristige Perspektive des Investitionskorridors, wissen aber zugleich, dass mit dem derzeit vorgesehenen Finanzkorridor nicht alle notwendigen Sanierungen und Modernisierungen realisierbar sind. Jetzt gilt es, gemeinsam Wege zu finden, wie dieser Investitionsstau schrittweise abgebaut werden kann.
Die Hochschulen haben in der Anhörung auch ihre Bereitschaft bekräftigt, neue Zielgruppen anzusprechen – etwa beruflich Qualifizierte, Menschen ohne klassische Hochschulreife oder internationale Studierende. Die im Eckwertekonzept enthaltene Unterstützung für duale und berufsbegleitende Studienformate wird als richtiger Impuls wahrgenommen. Auch das klare Bekenntnis zu Vielfalt, Inklusion und Barrierefreiheit stößt auf breite Zustimmung.
Die Landeskonferenz der Studierendenschaften betonte, wie wichtig eine starke soziale Infrastruktur für den Studienerfolg ist. Wohnraum, psychologische Beratung, sozialverträgliche Essenspreise in den Mensen – all das gehört zum Studierendenalltag und entscheidet über den Bildungserfolg mit.
Die Linksfraktion dankt allen an der Anhörung Beteiligten für ihre fundierten und zukunftsgewandten Beiträge. Für uns steht fest: Hochschulpolitik muss gemeinsam mit den Hochschulen gestaltet werden. Die Eckwerte bilden ein solides Fundament, das nun im Dialog weiterentwickelt und konkretisiert werden muss.“
