Generalsanierung Hamburg–Berlin: Fahrgäste brauchen Planbarkeit, kein Chaos
Zum Antrag „Verlorenes Vertrauen zurückgewinnen – Versprechen der Deutschen Bahn und des Bundes zur Generalsanierung des Schienenhochleistungskorridors zwischen Hamburg und Berlin für Mecklenburg-Vorpommern einfordern und umsetzen“ erklärt die Vorsitzende der Linksfraktion, Jeannine Rösler:
„Die Generalsanierung ist zweifellos notwendig, aber sie kann nur dann ein Erfolg werden, wenn sie gut vorbereitet sowie nachvollziehbar vermittelt und umgesetzt wird. Gerade für Mecklenburg-Vorpommern, wo viele Orte entlang der 81 Kilometer langen Strecke liegen, ist ein zuverlässiger Schienenersatzverkehr unverzichtbar. Doch kurz vor dem geplanten Baubeginn im August sind noch viele Fragen offen.
In Mecklenburg-Vorpommern sind täglich tausende Pendelnde, Schülerinnen und Schüler sowie Berufstätige auf die Bahn angewiesen. Deshalb fordern wir verlässliche, gut getaktete Verbindungen mit ausreichender Kapazität und Fahrgastinformationen, die barrierefrei, aktuell und digital verfügbar sind. Ein mangelhafter Ersatzverkehr und unzureichende Kommunikation wie zuletzt in Neubrandenburg, sind inakzeptabel.
Auch die wirtschaftlichen Folgen müssen im Blick sein. Der ohnehin angespannte Schienengüterverkehr darf nicht weiter geschwächtwerden, weil Umleitungsstrecken fehlen und die Umlegung auf die Straße nicht ausreichend durchdacht ist. Das widerspricht nicht nur den klimapolitischen Zielen, sondern belastet zusätzlich die ohnehin stark befahrenen Straßen.
Erforderlich ist ein klares Bekenntnis der Deutschen Bahn: eine verlässliche Planung, funktionierende Ersatzangebote und eine Kommunikation auf Augenhöhe mit den betroffenen Regionen. Die Menschen verlieren zunehmend das Vertrauen in die Bahn, das lässt sich nur mit glaubwürdigem Handeln wiederherstellen. In der Generalsanierung liegt eine große Chance, aber nur wenn sie im Interesse der Menschen umgesetzt wird.“
