Demokratie macht Schule – mit Humor, Haltung und echten Chancen
Zum Bildungskongress, der heute als gemeinsame Veranstaltung des Bildungsministeriums mit den Bildungspartnern im Schweriner Schloss stattfand, erklärt die Vorsitzende und bildungspolitische Sprecherin der Linksfraktion, Jeannine Rösler:
„Schon zu Beginn der Veranstaltung wurde es lebendig im Plenarsaal: Johannes Schröder, besser bekannt als ‚Herr Schröder‘, eröffnete um 10 Uhr den Schulkongress. Mit einer Mischung aus Humor und pädagogischer Erfahrung machte er deutlich: Schule kann und darf Spaß machen.
Bildungsministerin Simone Oldenburg betonte, dass Schule nur gemeinsam gelingen kann – mit Schülerinnen und Schülern, Lehrkräften, Eltern und allen, die Verantwortung für Bildung übernehmen. Alle Beteiligten haben einen spezifischen Blick auf Bildung, es bestehen unterschiedliche Interessen. Die Frage, wie diese bei der Gestaltung von Bildung einfließen und berücksichtigt werden können, stand unter dem Thema ‚Demokratische Schulkultur und Partizipation‘ im Fokus der Beratungen.
‚Mehr Demokratie wagen – Impulse für eine ganzheitliche Schulentwicklung‘ war das Thema des Vortrags von Prof. Dr. Harald Hantke von der Leuphana Universität Lüneburg. Seine Perspektive verbindet wissenschaftliche Erkenntnisse mit der Einladung – eine Einladung, mutig über den Tellerrand zu schauen.
Am Nachmittag vertieften die Teilnehmerinnen und Teilnehmer in verschiedenen Workshops, wie vielfältig Demokratiebildung gestaltet werden kann. Mit Lego® entstanden spielerische Modelle, die Partizipation erfahrbar machten. Der Klassenrat wurde als Best-Practice-Beispiel präsentiert, das bereits Grundschulkinder befähigt, Konflikte fair zu lösen. Ein weiterer Workshop zeigte Möglichkeiten auf, wie demokratische Strukturen in den Alltag von Grundschulen integriert werden können. Zudem stand die Methode ‚Lernen durch Engagement‘ im Mittelpunkt, verbunden mit der Frage, wie freiwilliges gesellschaftliches Handeln zur Stärkung von Chancengerechtigkeitbeitragen kann. Und schließlich wurde die spannende Frage nach der Neutralität von Schule aufgegriffen: Wie können Lehrkräfte Haltungzeigen, ohne parteipolitisch zu vereinnahmen? Es war ein Tag voller Inspirationen, an dem das Schweriner Schloss, der Plenarsaal, selbst zum Klassenzimmer wurde – offen, lebendig und voller Ideen.
Demokratie und Partizipation lernt man nicht erst, wenn man erwachsen ist – sie kann in der Schule geübt werden. Deshalb ist es richtig und wichtig, dass die Mitwirkungsrechte von Schülerinnen und Schülern ausgeweitet wurden. Konkret ist im neuen Schulgesetz festgeschrieben, dass künftig verbindlich eine Vertrauenslehrkraft gewählt wird. Damit erhalten Kinder und Jugendliche eine feste Ansprechperson, die sie unterstützt und anleitet, ihre Mitwirkungsrechte auch tatsächlich wahrzunehmen. Außerdem wird Schülerinnen und Schülern der Jahrgangsstufen 3 und 4 erstmals ein Platz in der Schulkonferenz mit beratender Stimme eingeräumt. Damit werden bereits die Jüngsten frühzeitig in Entscheidungsprozesse einbezogen. Auch die Altersgrenze für die Wahl in die Schulkonferenz wird abgesenkt: Statt wie bisher erst ab Jahrgangsstufe 7 können nun bereits Schülerinnen und Schüler der Jahrgangsstufe 5 gewählt werden.
Kinder und Jugendliche lernen so: Ihre Meinung zählt, sie werden gehört werden und sie können Einfluss auf Entscheidungen nehmen. Das stärkt ihre Rechte und die demokratische Schulkultur insgesamt.“
