Besserer Kita-Betreuungschlüssel nimmt Hürde im Bildungsausschuss
Zur Beschlussfassung der Änderungen zum Kindertagesförderungsgesetzes erklärt die Vorsitzende und bildungspolitische Sprecherin der Linksfraktion im Landtag Mecklenburg-Vorpommern, Jeannine Rösler:
„Kernstück der Änderungen ist die Verbesserung der Fachkraft-Kind-Relation. Ab dem 1. Januar 2027 soll in den Krippen eine Fachkraft durchschnittlich nur noch fünf Kinder betreuen. Im Hort wird ab dem 1. August 2027 eine Fachkraft für 21 Kinder zuständig sein. Für die Umsetzung dieser Qualitätsverbesserungen stellt das Land erhebliche zusätzliche Mittel bereit. Bereits 2027 sollen rund 43,8 Millionen Euro investiert werden. Ab 2028 steigt dieser Betrag auf jährlich rund 47,1 Millionen Euro.
Vertreterinnen und Vertreter der kommunalen Landesverbände würdigten ausdrücklich die Konnexitätsgespräche mit der Landesregierung. Diese seien auf Augenhöhe, fair und konstruktiv geführt worden. Die Finanzierung der Qualitätsverbesserungen wird vollständig durch das Land übernommen.
Ein weiterer Schwerpunkt der Änderungen betrifft die Finanzierung der Ganztagskoordination in den Horten. Die entsprechenden Mittel werden langfristig abgesichert und deutlich erhöht. Die Finanzierung steigt von rund 1,4 Millionen Euro im Jahr 2026 auf mehr als 8,8 Millionen Euro im Jahr 2030. Damit wird sichergestellt, dass die organisatorischen Anforderungen des Ganztagsausbaus bewältigt werden können und die pädagogische Arbeit in den Einrichtungen gestärkt wird.
Künftig wird ausdrücklich klargestellt, dass die Bewilligung eines erweiterten Förderumfangs nicht automatisch von einer Vollzeitbeschäftigung beider Eltern abhängig gemacht werden darf. Maßgeblich bleibt der tatsächliche individuelle Bedarf des Kindes und seiner Familie.
Ein weiterer wichtiger Aspekt der heutigen Beratung war die Frage, wie mit den Auswirkungen sinkender Kinderzahlen auf den Arbeitsmarkt in der Kindertagesförderung umgegangen werden soll. Die Runden Tische werden Kommunen, Trägern und weiteren Beteiligten die Möglichkeit geben, gemeinsam Lösungen zu entwickeln. Ziel ist es, Fachkräfte im Land zu halten, Qualifizierungswege zu schaffen und Beschäftigungsperspektiven auch in angrenzenden Bereichen wie Schulsozialarbeit, Jugendhilfe oder unterstützenden pädagogischen Tätigkeiten zu eröffnen.
Gute Kindertagesförderung ist die Grundlage für Bildungserfolg, Chancengerechtigkeit und gesellschaftlichen Zusammenhalt. Mit den heute beschlossenen Verbesserungen stärken wir Kinder, Familien, Beschäftigte und Kommunen gleichermaßen. Wir investieren in bessere Bildung von Anfang an – und damit in die Zukunft unseres Landes.“
