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Wenn Erinnerung zur Zielscheibe wird: Antisemitismus in MV wächst

Michael NoetzelPressemeldungen

Zum aktuellen Jahresbericht der Dokumentations- und Informationsstelle Antisemitismus Mecklenburg-Vorpommern (DIA-MV) erklärt der innenpolitische Sprecher der Linksfraktion im Landtag Mecklenburg-Vorpommern, Michael Noetzel:

„Die Zahl antisemitischer Vorfälle ist im Jahr 2025 um 35 Prozent im Vergleich zum Vorjahr gestiegen. Die Zahlen machen deutlich, wie tief antisemitische Vorurteile auch in Mecklenburg-Vorpommern verankert sind. Antisemitismus ist kein Randphänomen. Jüdisches Leben wird angegriffen, Menschen werden beleidigt, bedroht und körperlich attackiert – auf der Straße, am Arbeitsplatz und sogar in Bildungseinrichtungen.

Wer sich für das Erinnern an die Verbrechen des Nationalsozialismus engagiert, darf nicht zur Zielscheibe werden. Dass Menschen wegen ihres Einsatzes für Demokratie und Erinnerung angegriffen werden, ist ein ernstes Warnsignal.

Der Bericht zeigt zudem, dass die Mehrheit der Vorfälle politisch motiviert ist. In 45 Fällen wurden rechtsextreme Hintergründe festgestellt. Als Linksfraktion fordern wir eine konsequente Bekämpfung von Antisemitismus auf allen Ebenen. Dazu gehören eine stärkere Unterstützung von Beratungs- und Dokumentationsstellen, politische Bildungsarbeit sowie eine klare antisemitismuskritische Haltung in Gesellschaft und Politik.

Antisemitismus darf niemals relativiert oder verharmlost werden. Es braucht entschlossenen Widerspruch, Solidarität mit Betroffenen und eine Gesellschaft, die hinschaut und handelt.“

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