Tag der Menschen mit Behinderung darf nicht zum Alibitag verkommen
Zum Internationalen Tag der Menschen mit Behinderung am 3. Dezember erklärt die behindertenpolitische Sprecherin der Linksfraktion, Irene Müller:
Tag der Menschen mit Behinderung darf nicht zum Alibitag verkommen
„Am 3. Dezember eines jeden Jahres machen Menschen mit Behinderung auf der ganzen Welt auf ihre Lebenslagen aufmerksam, bündeln ihre Forderungen an die Gesellschaft und fordern ihre Regierungen auf, mit geeigneten Maßnahmen, die in ihrer Verantwortung liegen, tätig zu werden.
Der Maßnahmeplan der Landesregierung in Mecklenburg-Vorpommern zur Umsetzung der UN-Konvention für die Rechte der Menschen mit Behinderung ist ein Anfang. Die Erarbeitung zeigt jedoch, dass es im Land noch immer Ministerien gibt, die der Meinung sind, dass sie mit Menschen mit Behinderung nichts zu tun haben. Die Umsetzung der UN-Konvention gilt aber auch für unser Land und seine Kommunen – es ist eine ressortübergreifende Aufgabe. Wir alle sind verpflichtet, Rahmenbedingungen zu schaffen, die es allen Menschen ermöglichen, uneingeschränkt und weitestgehend ohne fremde Hilfe am gesellschaftlichen Leben teilzunehmen.
Der Tag der Menschen mit Behinderung darf nicht zum Alibitag verkommen. Die erhobenen Forderungen müssen ernst genommen werden. Dies bedeutet auch, dass das System der Sonderschulen, aber auch Sonderregelungen auf dem Arbeitsmarkt überwunden werden müssen. Denn auch die Werkstätten für Menschen mit Behinderung widersprechen dem Anspruch der Inklusion, wie es die UN-Konvention ausdrücklich fordert.“
