Tag der Arbeit: Gute Arbeit statt sozialem Rückschritt – Schutzrechte verteidigen, soziale Sicherheit stärken

Henning FoersterPressemeldungen

Zum Tag der Arbeit am 1. Mai erklärt der gewerkschaftspolitische Sprecher der Linksfraktion im Landtag Mecklenburg-Vorpommern, Henning Foerster:

„Der 1. Mai ist und bleibt ein Kampftag für gute Arbeit, faire Löhne und soziale Sicherheit. Gerade in einer Zeit, in der viele Menschen unter steigenden Lebenshaltungskosten, unsicheren Arbeitsverhältnissen und wachsendem Druck im Alltag leiden, braucht es nicht weniger Schutz, sondern mehr soziale Sicherheit und mehr Respekt für Beschäftigte.

Zwar ist der gesetzliche Mindestlohn zum Jahresbeginn auf 13,90 Euro pro Stunde gestiegen, doch auch das reicht vielerorts noch nicht für ein Leben ohne Existenzsorgen – gerade in Zeiten hoher Mieten, steigender Energiepreise und wachsender Belastungen im Alltag. Millionen Menschen arbeiten Vollzeit und wissen trotzdem nicht, wie sie am Monatsende ihre Rechnungen bezahlen sollen. 

Besonders kritisch sehen wir die von der Bundesregierung vorangetriebene ‚Neue Grundsicherung‘. Hinter neuem Namen verbirgt sich in Wahrheit die Rückkehr zu einer Politik des Misstrauens, des Gängelns und der sozialen Härte. Härtere Sanktionen, Rückkehr zum Vermittlungsvorrang, mehr Druck statt Qualifizierung, weniger Schutz beim Schonvermögen und strengere Zumutbarkeitsregeln – das ist nichts anderes als Hartz IV im neuen Gewand. Gleichzeitig bleiben die Regelsätze 2026 erneut unverändert bei 563 Euro für Alleinstehende. Wer glaubt, man könne Menschen mit Druck aus Armut holen, hat soziale Realität nicht verstanden.

Auch die Debatte um längere Arbeitszeiten und die Aufweichung bestehender Schutzrechte für die Beschäftigten ist brandgefährlich. Wer den 8-Stunden-Tag infrage stellt oder die Arbeitszeiterfassung als unnötige Bürokratie abtut, greift zentrale Errungenschaften der Arbeiterbewegung an. Gute Arbeit bedeutet nicht mehr Überstunden, sondern verlässliche Arbeitszeiten, Gesundheitsschutz und eine faire Vereinbarkeit von Berufs- und Privatleben.

Gerade in Mecklenburg-Vorpommern wissen wir: Gute Arbeitsbedingungen sind der Schlüssel, um Arbeits- und Fachkräfte zu gewinnen und Menschen im Land zu halten – ob in Krankenhäusern, Kitas, Schulen, auf dem Bau oder im Handwerk. Wer den Standort stärken will, muss die Tarifbindung ausbauen, faire Löhne zahlen und die öffentliche Daseinsvorsorge sichern.

Unsere Botschaft zum 1. Mai ist deshalb klar: Hände weg von den Schutzrechten der Beschäftigten und den Sozialstaat verteidigen. Statt Kürzungen und Druck braucht es Investitionen in gute Arbeit, starke Gewerkschaften und einen Sozialstaat, der Menschen schützt, statt sie unter Generalverdacht zu stellen.

Für soziale Gerechtigkeit. Für würdige Arbeit. Für ein Leben ohne Angst vor Armut.“

 

Zum 1. Mai sind unsere Abgeordneten im ganzen Land auf Demonstrationen, Bürgerfesten und Demokratiefesten unterwegs, um gemeinsam mit Gewerkschaften, Vereinen und Engagierten für soziale Gerechtigkeit, gute Arbeit und gesellschaftlichen Zusammenhalt einzustehen.

Torsten Koplin, Demokratiefest in Neubrandenburg, ab 11 Uhr 

Jeannine Rösler, Maifeier in Torgelow, ab 10 Uhr 

Elke-Annette Schmidt, Familiensportfest in Malchow, ab 10 Uhr 

Daniel Trepsdorf, DGB-Fest auf dem Marktplatz in Schwerin, ab ca. 10:30 Uhr 

Christian Albrecht, Demonstrationszug in Rostock vom Doberaner Platz, ab 10 Uhr, und anschließend auf dem Bürgerfest am Kastanienplatz