Schlechte Aussichten für Langzeitarbeitslose
Zu den Arbeitsmarktzahlen für Januar 2017 erklärt der arbeitsmarktpolitische Sprecher der Linksfraktion, Helmut Holter:
„Bei den seit Monaten immer wieder verkündeten Erfolgsmeldungen vom Arbeitsmarkt werden die negativen Entwicklungen gern ausgeblendet wie ein Blick in die Statistik zeigt. So haben langzeitarbeitslose Frauen und Männer in mehrfacher Hinsicht schlechte Aussichten auf dem Arbeitsmarkt.
So ist nicht nur deren Armutsgefährdung im 10- und 5-Jahres-Vergleich um 14,4 bzw. 9,3 Prozent gestiegen, auch der Anteil der Langzeitarbeitslosen unter den Hartz-IV-Beziehern stieg im vorigen Jahr an und landete im Jahresdurchschnitt bei 44,6 Prozent. Während die durchschnittliche Dauer der Arbeitslosigkeit bei Arbeitslosengeld-I-Empfängern im vorigen Jahr von 40,8 auf 37,0 Wochen sank, stieg die durchschnittliche Dauer der Arbeitslosigkeit bei den Hartz-IV-Beziehern auf mehr als sechs Jahre. Zugleich sank bei diesen die Vermittlung in Erwerbstätigkeit im vorigen Jahr um fast 4000 auf 34 284 Frauen und Männer. Im Ergebnis heißt das nichts anderes, als dass Hartz-IV-Bezieherinnen und -bezieher länger arbeitslos waren und ihre Chancen auf dem Arbeitsmarkt gesunken sind.
Aus Sicht meiner Fraktion spiegeln sich in diesen Trends der dringende Handlungsbedarf bei den Jobcentern sowie der Bedarf an öffentlich geförderter Beschäftigung. Lediglich ein Teil der Dauerarbeitslosen schafft den Sprung auf den sogenannten ersten Arbeitsmarkt – und dies oft auch nur vorübergehend. Eine ordentliche Analyse der Arbeitsmarktentwicklung durch die Landesregierung wäre Voraussetzung für die Fortschreibung der Vereinbarung mit der Bundesagentur für Arbeit und für die längst überfällige Aufstellung eines neuen Landesarbeitsmarktprogrammes, bei dem öffentlich geförderte Beschäftigung wieder ein fester Bestandteil werden muss.“
