Politik erleben, statt nur darüber zu reden – Ein Blick hinter die Kulissen der Linksfraktion
Zum Praktikum von Cyan und Hannah in der Linksfraktion erklärt die Vorsitzende und bildungspolitische Sprecherin der Linksfraktion, Jeannine Rösler:
„Wie funktioniert politische Arbeit wirklich? Wer entscheidet was – und warum? Und wie fühlt es sich an, dort zu sitzen, wo sonst Abgeordnete über die Zukunft des Landes diskutieren? Zwei junge Menschen, Hannah und Cyan, haben genau das erlebt. Sie absolvierten ein zweiwöchiges Praktikum in der Linksfraktion und haben dabei eine Menge gelernt, hinterfragt und mitgestaltet.
Hannah, Schülerin in Neukloster, kam über das Projekt ‚Jugend im Landtag‘ und den Girls‘ Day zur Linksfraktion. ‚Schon während dieser Veranstaltungen habe ich gemerkt, dass ich mich in den Positionen der Linken wiederfinde. Deshalb wollte ich tiefer einsteigen und verstehen, wie die politische Arbeit tatsächlich aussieht.‘ Während ihres Praktikums war sie vor allem in der Öffentlichkeitsarbeit aktiv, beschäftigte sich mit Fotografie, Merchandise-Produkten und verfasste eine Antragsrede zum Thema ‚Gewaltschutz verbessern‘. Diese Aufgabe hat ihr besonders Spaß gemacht, weil sie kreativ werden konnte und gleichzeitig tief in ein wichtiges politisches Thema eintauchen durfte, erzählt sie.
Für Cyan aus Rostock stand von Anfang an fest, dass politische Arbeit spannend ist – nicht nur in der Theorie, sondern gerade in der Praxis. Besonders fasziniert hat Cyan die Arbeit in den Ausschüssen, darunter die Enquete-Kommission ‚Jung sein in Mecklenburg-Vorpommern‘ und der Parlamentarische Untersuchungsausschuss ‚NSU II / Rechtsextremismus‘.
Ein typischer Tag? Den gab es für Cyan und Hannah nicht. Ob Mitarbeit in den Ausschüssen, Rechercheaufgaben oder Diskussionen über politische Prozesse – es gab immer etwas Neues zu lernen.
Besonders beeindruckt hat beide, wie viele Menschen hinter den Kulissen der Fraktion arbeiten. ‚Wenn man an Politik denkt, hat man oft nur die Abgeordneten vor Augen. Aber es steckt so viel mehr dahinter: Fachreferent:innen, Öffentlichkeitsarbeit, wissenschaftliche Mitarbeiter:innen – sie alle leisten unglaublich wichtige Arbeit, die man von außen gar nicht sieht‘, so Hannah.
Haben die zwei Wochen ihre Sicht auf Politik verändert? Cyan antwortet mit einem klaren ‚Nein‘ – aber aus gutem Grund: ‚Meine politischen Überzeugungen sind gleichgeblieben: immer noch links, immer noch feministisch, immer noch antirassistisch.‘
Hannah hingegen hat eine neue Perspektive auf den politischen Alltag gewonnen: Besonders am Herzen liegen ihr gesellschaftliche Toleranz und Gleichstellung.
Könnten sich Cyan und Hannah vorstellen, selbst politisch aktiv zu werden? Beide sagen klar: Ja – aber auf unterschiedliche Weise. ‚Ich werde auf jeden Fall politisch aktiv sein, aber wahrscheinlich eher als Referent:in im Hintergrund als in einer öffentlichen Position‘, sagt Cyan. Hannah hingegen sieht sich mittelfristig durchaus in einer aktiven politischen Rolle: ‚Ich möchte mitbestimmen, was in meiner Zukunft passiert. Wer nicht aktiv wird, überlässt anderen die Entscheidungen.‘
Beide Praktikant:innen würden das Praktikum bei der Linksfraktion uneingeschränkt weiterempfehlen. Cyan beschreibt die Atmosphäre in der Fraktion als ‚offen, wertschätzend und fachlich sehr bereichernd‘, während Hannah es schlicht als ‚eine 11 von 10‘ bewertet. ‚Ich finde es großartig, dass die Linke einen so klaren politischen Standpunkt hat. Macht weiter so!‘, lautet ihr abschließendes Fazit.
Die Linksfraktion Mecklenburg-Vorpommern freut sich darüber, engagierte junge Menschen in ihrer politischen Arbeit einzubinden und wird auch in Zukunft Praktikumsplätze für Interessierte anbieten. Wer Lust hat, sich selbst ein Bild vom parlamentarischen Alltag zu machen, ist herzlich eingeladen, sich für ein Praktikum zu bewerben.“
