Mehr Klimaschutz und Tempo beim Wohnungsbau durch Novellierung der Landesbauordnung

Daniel TrepsdorfPressemeldungen

Zur heutigen Verbandsanhörung zur Novelle der Landesbauordnung erklärt der bau- und wohnungspolitische Sprecher der Linksfraktion, Dr. Daniel Trepsdorf:

„Die Anhörung im Ausschuss für Inneres und Bau zur Novellierung der Landesbauordnung hat gezeigt, dass M-V in puncto Entbürokratisierung und fachgerechter Bedarfsnähe der baurechtlichen Rahmensetzungen auf einem guten Weg ist. Selbst einige Vertreter:innen der Bauwirtschaft sprachen von einer neuen Ermöglichungskultur mit Blick auf das Bauen in M-V.

Besonders wichtig ist für uns der Fokus, neuen und bezahlbaren Wohnraum zu schaffen, ohne dabei neue Flächen versiegeln zu müssen. Auch die Einführung digitaler Bauantragsverfahren sowie die längere Geltungsdauer von Baugenehmigungen entlasten sowohl die Behörden als auch die Bauherr:innen und tragen zu einer Beschleunigung der Planungsprozesse bei.

Ein weiterer Aspekt, der uns besonders am Herzen liegt, ist die Barrierefreiheit. Die Einführung der Aufzugspflicht ab vier Geschossen ist ein bedeutender Schritt, um künftig mehr barrierefreie Wohnungen zu schaffen und damit das selbstbestimmte Wohnen für Menschen mit Einschränkungen nachhaltig zu verbessern. Alle Menschen verdienen einen gleichberechtigten Zugang zu Wohnraum. Auch müssen wir in MV verstärkt darauf achten, den Einsatz von Sekundärbaustoffen, Re-Use-Bauteilen und alternativen Baustoffen rechtssicher nach vorn zu bringen. Perspektivisch muss die Abkehr von Polystyrol (EPS), Glas- und Steinwolle und die Hinwendung zu kreislauffähigen Baumaterialien, z. B. See- und Wiesengras, Schilf, Zellulose und Holzfaser sowie regional nachwachsende Baumaterialien, verstärkt Verwendung finden!

Die Rückmeldungen aus der Verbandsanhörung waren überwiegend positiv – nun gilt es, in den weiteren Beratungen Feinjustierungen vorzunehmen. Insgesamt sehen wir sowie die Anhörenden in der Novelle einen wichtigen Schritt nach vorne, der zentrale Herausforderungen im Wohnungsbau und Klimaschutz adressiert, Planungsprozesse modernisiert und bürokratische Hürden abbaut.“