Kino und Kultur machen Schule – im Dialog mit der Filmland GmbH
Zum kürzlich stattgefundenen Arbeitsgespräch mit Volker Kufahl, dem Geschäftsführer der Filmland MV GmbH, sowie mit Andreas Liebenow, dem zuständigen Referenten für strategische Kinoplanung, erklärt die kulturpolitische Sprecherin der Linksfraktion, Elke-Annette Schmidt:
„Im Zentrum unseres Austauschs standen die künftige Ausrichtung der Film- und Kinoförderung in Mecklenburg-Vorpommern, der Erhalt und Ausbau kultureller Infrastruktur im ländlichen Raum sowie die Sichtbarkeit geförderter Filme im Land.
Kino ist mehr als Unterhaltung – es ist ein Ort des Austauschs, der Bildung, des gemeinsamen Erlebens. Gerade in einem Flächenland wie Mecklenburg-Vorpommern müssen wir den Zugang zu diesem Kulturgut für alle Menschen zu sichern – unabhängig von Einkommen oder Wohnort.
Die Filmland GmbH hat mit ihrer Strategischen Kinoplanung seit 2021 bereits wichtige Impulse gesetzt, um drohende Kinosterben zu verhindern und sogenannte ‚weiße Flecken‘ – also Regionen ohne festes Kinoangebot – gezielt in den Blick zu nehmen. Andreas Liebenow hob besonders die Unterstützung nicht-gewerblicher Spielstätten hervor: In Städten wie Güstrow oder Dierhagen tragen ehrenamtlich betriebene Kinos entscheidend zur kulturellen Daseinsvorsorge bei. Doch vielerorts fehle es an Technik, Personal und planbaren Budgets.
Wir begrüßen die in der Filmland GmbH gebündelten Kompetenzenausdrücklich. Zugleich sehen wir die Notwendigkeit für ein verlässliches Investitionsprogramm zur Modernisierung der Kinotechnik und niedrigschwellige Zugänge zu Filmrechten für nicht-gewerbliche Kinos. Eine Verstetigung der Fördermittel kann langfristig neue Initiativen im ländlichen Raum ermöglichen.
Ein zentrales Thema war die Diskrepanz zwischen Produktionsförderung und öffentlicher Wahrnehmbarkeit. Zwar wird eine wachsende Zahl von Filmproduktionen mit Landesmittelngefördert – doch viele davon laufen vor allem in Großstadtkinos außerhalb Mecklenburg-Vorpommerns. Wenn wir Filme mit Steuergeld fördern, dann muss auch sichergestellt werden, dass die Menschen in unserem Land diese Filme sehen können.
Die Gesprächspartner waren sich einig über die Notwendigkeit einer verbindlichen filmpolitischen Strategie, die Kino, Produktion, Nachwuchsförderung und Festivals ganzheitlich denkt. Unser Land braucht ein eigenständiges Filmprofil – keine Kopie der großen Standorte, sondern hiesige Geschichten, Gesichter und Orte.
Besonders positiv wurde die kontinuierliche Weiterentwicklung der SchulKinoWochen Mecklenburg-Vorpommern hervorgehoben. Mit über 33 000 Teilnehmenden an 27 Spielorten allein im Jahr 2024 sind sie das bedeutendste filmbildnerische Angebot. Gerade in Zeiten, in denen Demokratiebildung und Medienkompetenz wichtiger denn je sind, brauchen wir Formate, die Kinder und Jugendliche direkt ansprechen. Die SchulKinoWochen verbinden beides – und sie schaffen das oft als einziges Kulturangebot im Dorfkino.
Einigkeit herrschte auch über die Notwendigkeit einer Reform der Filmförderrichtlinien. Noch immer geht ein Großteil der Produktionsförderung an Firmen außerhalb des Landes. Ein dauerhaft erfolgreicher Filmstandort aber braucht eigene Produktionsfirmen, ausgebildete Fachkräfte und attraktive Arbeitsbedingungen. Wir sprechen uns auch für eine Evaluierung aus, mit dem Ziel der Erarbeitung einer neuen, landespolitisch getragenen Filmstrategie, wie sie etwa in Baden-Württemberg erfolgreich umgesetzt wurde.
Für meine Fraktion steht die Filmland GmbH auch für die Bedeutung der Filmkultur als Teil der öffentlichen Daseinsvorsorge. Wir werden ihre Anliegen in die parlamentarische Arbeit tragen – sowohl in die Ausschüsse als auch die anstehende Haushaltsdebatte. Kultur darf kein Luxus für Wenige sein. Kino darf nicht nur dort stattfinden, wo es sich rechnet. Und Filmförderung muss das Land spiegeln – nicht nur im Abspann, sondern auf der Leinwand.“
Hintergrund. Die Filmland MV GmbH wurde 2020 gegründet und bündelt seitdem zentrale Aufgaben der Filmförderung und Kinoplanung im Land. Sie verantwortet u. a. die SchulKinoWochen MV, den Kinokulturpreis sowie die strategische Kinoinfrastrukturentwicklung.
