Integration von Langzeitarbeitslosen muss endlich Chefsache werden
Zu den Arbeitsmarktzahlen für Dezember 2016 und den künftigen Herausforderungen am Arbeitsmarkt erklärt der arbeitsmarktpolitische Sprecher der Linksfraktion, Helmut Holter:
„Wenn Ministerpräsident Erwin Sellering meint, die Langzeitarbeitslosigkeit in M-V sei kein Problem mehr, dann irrt er gewaltig. Trotz der positiven Entwicklung müssen die Anstrengungen 2017 erhöht werden, den betroffenen Menschen eine Perspektive zu geben. Alle Akteure am Arbeitsmarkt müssen an einen Tisch und gemeinsam Lösungen suchen. Die fast 55 000 arbeitslosen Frauen und Männer im Hartz-IV-Bezug dürfen nicht ignoriert werden. Sie brauchen eine Perspektive. Die angekündigte Bürgerarbeit kann dazu ein Baustein sein. Auch die vielen zu uns geflüchteten Menschen müssen in den Arbeitsmarkt integriert werden. Bereits über 5200 werden als arbeitslos gezählt, bei vielen weiteren enden bald Sprachkurse oder andere Maßnahmen.
Unhaltbar ist auch, dass annähernd 6000 Jugendliche unter 25 Jahren arbeitslos sind. Dies wirft auch Fragen zur Schul- und Berufsausbildung sowie zum Hilfesystem auf. Für Jugendliche, die am Übergang von der Schule in die Ausbildung gescheitert sind, spielen die Produktionsschulen eine wichtige Rolle. Obwohl diese seit Jahren eine Erfolgsgeschichte schreiben, sind sie in ihrer Existenz und Weiterentwicklung massiv bedroht. Deshalb ist es dringend erforderlich, die Produktionsschulen endlich auf eine feste, womöglich landesgesetzliche Grundlage zu stellen. Herr Ministerpräsident, handeln Sie.“
