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Im Brennpunkt Bildung: VBE und Linksfraktion über Kontroversen und Konsens

Jeannine RöslerPressemeldungen

Zum jüngsten Austausch der Linksfraktion mit dem Verband Bildung und Erziehung (VBE), Landesverband M-V, über die Zukunft der Bildung erklärt die Vorsitzende und bildungspolitische Sprecherin der Linksfraktion, Jeannine Rösler:         

„Bei dem Treffen u. a. mit dem VBE-Vorsitzenden Michael Blanck ging es vorrangig um Themen, die gegenwärtig heiß diskutiert werden: der Lehrkräftemangel, die Stressbelastung in der Schule, Arbeitszeitkonten für Lehrkräfte und die Frage, wie eine inklusive Bildung gelingen kann. In vielem sind wir uns mit dem VBE einig, wir haben uns aber auch offen über strittige Themen ausgetauscht. 

Der VBE verdeutlichte, dass die Belastungsgrenze vieler Lehrkräfte überschritten sei. Zu wenig Personal, mangelnde Ressourcen und ein Arbeitsumfeld, das nicht durchgängig auf die moderne Schullandschaft ausgelegt ist, führten zu Frust und Überlastung. Wir sind uns einig: Die Verbesserung der Arbeitsbedingungen für Lehrkräfte und die Einrichtung von multiprofessionellen Teams müssen Priorität haben. Dazu gehören neben finanziellen Anreizen wie Zulagen für den Einsatz in ländlichen Regionen auch strukturelle Maßnahmen. Anrechnungsstunden für Mentorinnen und Mentoren, die Seiteneinsteigerinnen und -einsteiger betreuen, sowie altersgerechte Arbeitszeitmodelle reduzieren die Arbeitsbelastung und machen den Beruf für junge Menschen attraktiver. Es ist klar, dass die nachhaltige Strategie für die Lehrkräftegewinnung weiterhin greifen muss.

Multiprofessionelle Teams an Schulen sind unerlässlich für gute Bildung. Schulpsychologinnen und Sozialpädagogen, Gesundheitsfachkräfte und Sonderpädagoginnen entlasten die Lehrkräfte und verbessern die Qualität der Bildung. Auch die Alltagshilfen an Schulen haben sich bewährt. Daher ist es richtig, dass das Land ihre Zahl verdoppelt hat.

Zur Sprache kamen auch die Schulgebäude, noch sind einige Schulen veraltet, nicht barrierefrei oder für die Anforderungen an digitale Bildung oder Inklusion nicht gerüstet. Deshalb wird die Fortführung des umfassenden Schulbauprogramms, der Digitalpakt Schule und das Startchancenprogramm begrüßt. Eine attraktive und funktionale Lernumgebung motiviert Lehrkräfte sowie Schülerinnen und Schülern gleichermaßen.

Die Einführung eines einheitlichen Lehramts für Regionale Schulen, Gesamtschulen und Gymnasien wurde kontrovers diskutiert. Der VBE-Vorsitzende Blanck kritisierte die Reform deutlich, sie sei unausgereift und berücksichtige nicht die spezifischen Anforderungen der verschiedenen Schulformen. Aus Sicht meiner Fraktion birgt eine flexiblere Lehrkräfteausbildung dagegen große Potenziale, so können etwa Absolventinnen und Absolventen flexibler auswählen und eingesetzt werden. Das vom VBE vorgeschlagene Modell der gemeinsamen Grundausbildung mit einer späteren Differenzierung geht uns nicht weit genug.

Bei der Umsetzung inklusiver Bildung wurden Übereinstimmungen in den Perspektiven deutlich. Der VBE fordert mehr Fachkräfte, kleinere Klassen und klare Konzepte, um eine echte inklusive Schule zu ermöglichen. Dies ist nachvollziehbar, aber wir plädieren zugleich dafür, den Prozess der Inklusion behutsam anzugehen, um die verfügbaren technischen und personellen Ressourcen bestmöglich zu nutzen und auszubauen.

Meine Fraktion wird Anregungen des VBE in ihrer weiteren parlamentarischen Arbeit berücksichtigen. Wir werden die Zusammenarbeit fortsetzen – im Interesse der Lehrkräfte sowie Schülerinnen und Schüler.“    

 

Hintergrund. Die rot-rote Landesregierung hat zahlreiche Maßnahmen ergriffen, um die Situation im Bildungsbereich zu verbessern. Dazu zählen die Einstellung von 1167 zusätzlichen Fachkräften seit 2021, der Einsatz multiprofessioneller Teams ab Januar 2025 und Investitionen in die Digitalisierung der Schulen. Auch ein Schulbauprogramm mit einem Budget von 400 Mio. Euro bis 2027 soll die Infrastruktur vieler Schulen verbessern.

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