Illegalem und legalem Drogenmissbrauch mit mehr Prävention begegnen
Zum morgigen Internationalen Tag gegen Drogenmissbrauch und illegalen Drogenhandel erklärt der gesundheitspolitische Sprecher der Linksfraktion, Torsten Koplin:
„In allen Bevölkerungsgruppen lässt sich seit Jahren eine Zunahme psychischer Erkrankungen beobachten, u. a. durch die Verdichtung von Arbeits- und Informationsprozessen. Zudem verunsichern vielschichtige Krisen die Menschen. Auch unser Bundesland ist davon nicht ausgenommen. In der Folge haben wir einen beunruhigenden Anstieg des Drogenkonsums zu verzeichnen. In der Zeit von 2009 bis 2021 ist in Deutschland der Drogenkonsum von Cannabis, Kokain und Amphetaminen sowie Ecstasy um 67 bis 250 Prozent gestiegen. Tragische Einzelfälle mit Todesfolge durch Drogenkonsum stellen lediglich die Spitze des Eisberges dar. Sucht- und Drogenabhängigkeit ist ein verbreitetes gesellschaftliches Problem. Wir müssen feststellen: Die Drogen- und Suchtpolitik in Deutschland ist gescheitert. Statt Kriminalisierung und Strafe sind mehr Aufklärung, mehr Wissen, mehr Hilfe und Unterstützung notwendig.
Neben illegalen Drogen muss auch dem legalen Drogenmissbrauch wirksamer begegnet werden. Die gesellschaftliche Verharmlosung legaler Drogen ignoriert deren Auswirkungen. Nikotin und Alkohol schaden der öffentlichen Gesundheit in Deutschland mehr als alle illegalen Drogen zusammen. Spiel- und Arzneimittelabhängigkeit sind ebenfalls weit verbreitet – auch hier sind wirksamere Gegenstrategien erforderlich. Die Abschaffung des ‚begleiteten Trinkens‘ ab 14 Jahren ist ein wichtiger erster Schritt zum Schutz vor späterer Abhängigkeit.
Insgesamt ist die Drogen- und Suchtprävention für die Betroffenen und deren Angehörige wichtiger denn je. Unternehmen sollten sensibel und achtsam sein, ihre Beschäftigten und deren Familien mit ihren Problemen nicht allein lassen und frühzeitig auf Anzeichen reagieren. Betriebliches Gesundheitsmanagement inklusive Suchtprävention gewinnt auch unter diesem Aspekt in allen Unternehmen an Bedeutung. Der Landeskoordinierungsstelle für Suchtthemen als Fach- und Informationsstelle für Suchtprävention und Suchthilfe kommt in diesem Zusammenhang eine zentrale Bedeutung zu. Das Engagement der Menschen in diesen Strukturen kann nicht hoch genug geschätzt werden. Deshalb ist es gut, dass die rot-rote Landesregierung die Förderung in diesem Bereich aufgestockt hat. Auch der mobile Drug-Checking-Einsatz im Land ist richtig und wichtig. Drug-Checking kann Leben retten. Prävention ist und bleibt eine zentrale Aufgabe in allen Bereichen der Gesellschaft.“
Hintergrund. Vor 38 Jahren wurde der 26. Juni von den Vereinten Nationen zum ‚Internationalen Tag gegen Drogenmissbrauch und illegalen Drogenhandel‘ erklärt. Anlass waren der weltweite Drogenanbau und -handel mit all seinen negativen gesellschaftlichen und gesundheitlichen Folgen. An diesem Tag der Aufklärung und Warnung vor illegalem, aber auch legalem Drogenkonsum geht es um den Schutz von Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen, die die Lösung ihrer Probleme im Konsumieren von Drogen sehen sowie um den Schutz vor kriminellen Einflüssen.
