Hilfe für Missbrauchsbetroffene nicht einfach streichen – sie wird dringend gebraucht!
Zur Ankündigung des Bundes, den Fonds Sexueller Missbrauch (FSM) nicht weiterzuführen und bereits jetzt keine Erstanträge mehr zu bewilligen, erklärt die gleichstellungspolitische Sprecherin der Linksfraktion, Elke-Annette Schmidt:
„Es ist ein sozial- und gesellschaftspolitischer Skandal, dass Betroffene von sexualisierter Gewalt plötzlich ohne Perspektive dastehen sollen. Viele Menschen, die in ihrer Kindheit oder Jugend Missbrauch erlebt haben, kämpfen ein Leben lang mit den Folgen. Wer hier Hilfe streicht, spart auf dem Rücken der Schwächsten und sendet ein verheerendes Signal: Ihr seid es uns nicht wert.
Dass die Haushaltsmittel des Fonds vorzeitig erschöpft sind, macht deutlich, wie dringend er gebraucht wird. Die Nachfrage ist hoch, weil die Not groß ist. Statt dieses System sang- und klanglos abzuwickeln, muss die Bundesregierung es bedarfsgerecht ausstatten und fortführen. Der Staat darf sich nicht aus seiner Verantwortung stehlen.
Die Ankündigung von Bundesfamilienministerin Karin Prien, bis 2026 eine ‚Neuaufstellung des Systems‘ vorzulegen, hilft vielen Betroffenen nicht weiter. Menschen, die gegenwärtig Unterstützung in Form von Psychotherapie, Beratung oder medizinischen Hilfen benötigen, werden so allein gelassen.
Meine Fraktion fordert die sofortige Rücknahme des Antragsstopps sowie eine verlässliche Fortführung und Aufstockung des Fonds Sexueller Missbrauch. Hilfe für Betroffene von sexualisierter Gewalt ist keine freiwillige Wohltat des Staates, sondern eine Frage von Verantwortung, Gerechtigkeit und Menschenwürde.“
