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Gewalt im Bahnverkehr wirksam bekämpfen – Bahnbeschäftige besser schützen

Henning FoersterPressemeldungen

Zur Antwort der Landesregierung auf die Kleine Anfrage 8/6272 „Übergriffe auf Bahnbeschäftigte in Mecklenburg-Vorpommern“, erklärt der verkehrspolitische Sprecher der Linksfraktion, Henning Foerster:

 

„Die Situation für Beschäftigte im Bahnverkehr ist nicht erst seit dem tragischen Tod des Zugbegleiters Serkan Calar bundesweit besorgniserregend. Die Antwort der Landesregierung auf meine Kleine Anfrage zeigt, dass es auch in Mecklenburg- Vorpommern jedes Jahr zu mehreren hundert Übergriffen kommt. Dabei ist nicht nur die hohe Zahl der Vorfälle erschreckend, sondern vor allem auch die zunehmende Härte. Klar erkennbar ist, dass Hemmschwellen offensichtlich sinken, der Respekt vor den Beschäftigten schwindet und körperliche Angriffe spürbar zunehmen. Besonders häufig sind Zugbegleiterinnen und Zugbegleiter sowie Fahrgastbetreuende betroffen, die im direkten Austausch mit den Bahnreisenden stehen. Erst kürzlich hat die Sicherheitsumfrage der Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG) gezeigt, dass sich zwei Drittel aller Beschäftigten mittlerweile unsicher im Arbeitsalltag fühlen. Etwa die Hälfte hat bereits körperliche Gewalt erlebt und die große Mehrheit wurde bereits während ihrer Arbeit beleidigt oder bedroht. Daher fährt die Angst mit und gehört leider inzwischen zum Berufsalltag.  

 

Die Frage, wie man dieser besorgniserregenden Entwicklung Herr werden und sie umkehren kann, ist nicht einfach zu beantworten. Die Beschäftigten fordern: mehr Personal in den Zügen, eine stärkere Präsenz von Bahnschutz und Bundespolizei, sowie freiwillige Bodycams, verlässliche Notrufsysteme und klare Meldewege. Sollte sich die Situation für das Bahnpersonal nicht verbessern, droht ein ernsthaftes Problem, denn bereits heute denkt jeder Dritte darüber nach, den Beruf zu wechseln. Die Folgen wären dramatisch. Auch die Landesregierung ist daher gefordert, gemeinsam mit den Eisenbahnverkehrsunternehmen und dem Bund Lösungen zu finden. Es geht darum Aufklärung zu betreiben, Beschäftigte auch hierzulande besser auf Gefahrensituationen vorzubereiten und wirksame Sicherheitsstandards zu etablieren.“

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