Gelbe Schirme, offene Türen, lebendige Orte – Kultur gehört zur Daseinsvorsorge 

Elke-Annette SchmidtPressemeldungen

Zu KunstOffen in MV erklärt die kulturpolitische Sprecherin der Linksfraktion im Landtag Mecklenburg-Vorpommern, Elke-Annette Schmidt: 

„Pfingsten in Mecklenburg-Vorpommern hatte eine besondere Farbe: leuchtendes Gelb. Es waren die Schirme von KunstOffen, die an Höfen, Scheunen, Ateliers und Werkstätten den Weg wiesen – hinein in Räume voller Fantasie, Handwerk, Kreativität und Begegnung. Vom 23. bis 25. Mai 2026 öffneten landesweit rund 1.000 Künstler:innen ihre Türen und machten Mecklenburg-Vorpommern zu einem offenen Atelier.

KunstOffen war ein lebendiger Beweis dafür, dass Kultur Menschen verbindet, Orte belebt und unsere Dörfer und Städte mit Sinn, Schönheit und Gemeinschaft füllt. Zwischen alten Bauernhäusern, Dorfkirchen, Werkstätten, Galerien und verwunschenen Höfen entstand etwas, das kein Investorenprojekt schaffen kann: gelebte Gemeinschaft.

Wir konnten erleben, wie Kultur den ländlichen Raum atmen lässt – wie Menschen miteinander ins Gespräch kommen, Kinder staunen, Erwachsene verweilen und Orte voller Leben sind. Da wurde getöpfert und gemalt, fotografiert und musiziert, es entstanden Gespräche über Kunst und das Leben, Menschen blickten Künstler:innen über die Schulter oder wagten sich selbst an kreative Experimente. Kunst wurde nicht hinter Museumsmauern präsentiert, sondern mitten im Alltag – offen, nahbar und lebendig. Gerade das macht KunstOffen so besonders: Kultur wird hier nicht konsumiert, sondern gemeinsam erlebt. Sie bringt Menschen zusammen, schafft Identifikation mit der Region und macht sichtbar, welcher Reichtum in unserem Land steckt.

Ja, KunstOffen ist wunderschön. Doch die Begeisterung darf nicht darüber hinwegtäuschen, dass kulturelle Angebote vielerorts in Bedrängnis geraten. Steigende Kosten, angespannte kommunale Haushalte und strukturelle Unterfinanzierung setzen Vereine, Ateliers, Kulturorte und Landkreise zunehmend unter Druck. Während wir kulturelle Vielfalt feiern, kämpfen vielerorts diejenigen ums Überleben, die sie tagtäglich ermöglichen.

Für uns ist klar: Kultur gehört zur öffentlichen Daseinsvorsorge – genauso wie Bildung, Mobilität oder Gesundheitsversorgung. Kultur ist kein Luxus für gute Zeiten und keine freiwillige Leistung, die man kürzt, wenn Haushalte eng werden. Gerade im ländlichen Raum hält Kultur Gemeinschaften zusammen, schafft Identität, stärkt demokratische Teilhabe und öffnet Horizonte.

KunstOffen 2026 hat einmal mehr gezeigt, wie groß die kulturelle Kraft Mecklenburg-Vorpommerns ist. Wer möchte, dass auch künftig gelbe Schirme Menschen in offene Ateliers führen, dass Dorfkirchen, Werkstätten und Kulturorte lebendig bleiben, der muss die Grundlagen dafür sichern: mit verlässlicher Finanzierung, starken Kommunen und einer Kulturpolitik, die Kunst als Herzschlag unseres gesellschaftlichen Zusammenlebens versteht.“