Fritz Reuter: Gigant der niederdeutschen Dichtung – sozial- und gesellschaftskritisch
Zum Antrag „Würdigung des Wirkens von Fritz Reuter“ erklärt die kulturpolitische Sprecherin der Linksfraktion, Elke-Annette Schmidt:
„Mit unserem Antrag machen wir auf das beeindruckende Wirken von Fritz Reuter aufmerksam, einen Giganten der niederdeutschen Literatur. Seine Werke sind nicht nur Meisterwerke der plattdeutschen Dichtkunst, sondern auch wichtige soziale und politische Dokumente seiner Zeit.
Es ist nur folgerichtig, Fritz Reuter im nächsten Jahr anlässlich seines 150. Todestages angemessen zu würdigen und sein Erbe durch das Literaturmuseum Fritz Reuter und die vielfältigen geplanten Veranstaltungen und Aktivitäten lebendig zu halten. Auf diese Weise kann sein Werk und seine Bedeutung einem breiten Publikum zugänglich gemacht werden. Ich freue mich, dass die rot-rote Landesregierung die vielfältigen Aktivitäten gerade der Menschen in der Region Stavenhagen und darüber hinaus tatkräftig, auch finanziell unterstützt. Ziel ist es, die Persönlichkeit Fritz Reuter, sein Wirken und sein Werk im Land und darüber hinaus noch bekannter zu machen.
Fritz Reuter zeichnet in seinen Werken ein literarisches Bild seiner Zeit, das sowohl sozial- und gesellschaftskritisch als auch humorvoll und volksnah ist. In den literarischen Gestalten findet sich das Volk selbst, aber auch die Obrigkeit der damaligen Zeit wieder. Er ist zeitlebens ein scharfer Kritiker der sozialen und politischen Zustände. Als Richter und Amtmann hat er direkten Einblick in die Lebensbedingungen der Landbevölkerung, setzt sich für deren Rechte und für Reformen ein, um ihre Situation zu verbessern. So deckt er soziale Missstände auf und kritisiert sie oft mittels satirischer Elemente. Darauf gründet sich sein Erfolg und sein großer Verdienst für die Etablierung der Niederdeutschen und plattdeutschen Sprache.
Mit seinem Wirken eng verbunden wird auch immer seine Geburtsstadt Stavenhagen sein, der er auch literarisch ein Denkmal setzt. Um diese Bedeutung zu würdigen, verleiht die Landesregierung im Jahr 1949 seiner Geburtsstadt den Titel Reuterstadt. Im gleichen Jahr wird das Literaturmuseum Fritz Reuter eröffnet. Es ist ein wichtiger Teil der Bemühungen, das Erbe dieses bedeutenden Schriftstellers zu bewahren.“
