Fachkräftemangel – Unternehmensverbände haben den Schuss nicht gehört
Zum heutigen Jahresausblick 2017 der Vereinigung der Unternehmensverbände für Mecklenburg-Vorpommern (VUMV) erklärt der wirtschaftspolitische Sprecher der Linksfraktion, Helmut Holter:
„Es ist kein Geheimnis, dass der Fachkräftemangel auf Rang eins der größten Probleme der Wirtschaft in Ostdeutschland und insbesondere in M-V steht. Wenn die Antwort der Unternehmensverbände auf das Fachkräfteproblem die Ausweitung von Befristungen, Werkverträgen, Zeitarbeit und Minijobs ist, dann wurde der Schuss offenbar immer noch nicht gehört.
Attraktive Arbeitsbedingungen, unbefristete Beschäftigungsverhältnisse und gute Löhne – das sind die Faktoren, die im Wettbewerb um Arbeitskräfte zählen. Auch aus diesem Grund ist die ablehnende Haltung der Unternehmensverbände zur Stärkung der Tarifbindung nicht nachvollziehbar. Aber auch die Landesregierung hat über Jahre hinweg die großen Baustellen in der Wirtschafts- und Arbeitsmarktpolitik ignoriert. Auch nach Einschätzung der Wirtschaft ist das Fachkräftebündnis in der jetzigen Form gescheitert. Meine Fraktion fordert bereits seit Jahren eine Neuausrichtung. Gegenwärtig handelt das Bündnis nach dem Motto ‚Gut, dass wir mal darüber geredet haben.‘ Hier muss mehr Verbindlichkeit rein, sonst bleibt es eine Alibiveranstaltung.
In Sachen Industriepolitik will nun auch die VUMV der Landesregierung auf die Füße treten. Die Forderung meiner Fraktion nach einem industriepolitischen Leitbild stieß über Jahre hinweg auf taube Ohren. Vielleicht haben die VUMV bei Wirtschaftsminister Harry Glawe mehr Glück.“
