Erneut Durchsuchungen bei brutalen Jung-Nazis
Zur Durchsuchung der Staatsanwaltschaft Berlin am 22. Juli 2025 in Wismar bei einem mutmaßlichen Mitglied der Neonazi-Gruppe „Deutsche Jugend Voran“ wegen des Verdachts der räuberischen Erpressung erklärt der innenpolitische Sprecher der Linksfraktion, Michael Noetzel:
„Das Problem mit gewalttätigen Jung-Nazis beschränkt sich in Mecklenburg-Vorpommern nicht auf die Mitglieder der rechtsterroristischen ‚Letzten Verteidigungswelle‘. Wie im Rest der Republik haben sich hierzulande in den letzten Monaten weitere Zellen und Netzwerke gegründet, die den im Mai durch den Generalbundesanwalt festgenommenen Hitler-Fans in nichts nachstehen. ‚Jung, brutal, rechtsradikal‘ ist offenbar das Motto dieser Subkulturerscheinung, die wie eine Zeitreise in die Vergangenheit der 1990er Jahre – den sogenannten Baseballschlägerjahren – daherkommt, uns aber in Zukunft noch beschäftigen wird.
Nun eine weitere Razzia in Wismar und dieses Mal mutmaßlich gegen die Gruppierung ‚Deutsche Jugend Voran‘, deren Mitglieder besonders brutal auftreten und dabei auch nicht die Öffentlichkeit scheuen. Der laut Behörden 26-Jährige soll im Oktober letzten Jahres an einer Prügelattacke in einer Berliner S-Bahn beteiligt gewesen sein. Die antifaschistische Rechercheplattform ‚oben-rechts‘ berichtete bereits Anfang Mai über einen weiteren mutmaßlich Tatbeteiligten, der ebenfalls aus Wismar stammen soll. Der regionale Schwerpunkt im Raum Nordwestmecklenburg ist bei den Razzien der letzten Monate augenfällig. Vor diesem Hintergrund sind Veranstaltungen wie ‚Jamel rockt den Förster‘, die sich couragiert gegen Rechtsextremismus in der Region und überall stellen, so enorm wichtig. Sie verdienen Unterstützung und dürfen nicht mit fadenscheinigen Argumenten behindert werden. Und erst recht verbietet sich in diesem Zusammenhang Justiz-Schelte, wie von Seiten der CDU geschehen, nachdem das Verwaltungsgericht zugunsten der Veranstalter entschieden hat.
Solange die Ermittlungen laufen, gilt für die Beschuldigten selbstverständlich die Unschuldsvermutung. Allerdings steht bereits heute fest, dass die brutalen Jung-Nazis sich nicht nur in irgendwelchen Chatgruppen Hitlerbilder hin- und herschicken. Das sind auch keine harmlosen Maulhelden. Sowohl Mitglieder der ‚Deutschen Jugend Voran‘ als auch der ‚Letzten Verteidigungswelle‘ kommen in der Realität zusammen und begehen schwerste Straftaten, die laut Ermittlern bis zu versuchtem Mord reichen. Wenn diese Strukturen nicht zerschlagen werden, wird diese Straßengewalt wieder vermehrt tödliche Ausmaße annehmen. Das müssen wir verhindern.“
