Erinnerung, die verpflichtet: Linksfraktion auf Gedenkstättentour durch MV
Zur anstehenden Gedenkstättentour der Linksfraktion vom 14. bis 16. April erklärt die Vorsitzende und bildungspolitische Sprecherin der Linksfraktion, Jeannine Rösler:
„Es sind Orte, an denen das Unvorstellbare greifbar wird. Orte, an denen Geschichte nicht abstrakt bleibt, sondern schmerzlich spürbar ist. Orte, die uns mahnen. Gerade in einer Zeit, in der rechtsextreme Ideologien wieder an Einfluss gewinnen und menschenfeindliche Positionen zunehmend enthemmt geäußert werden, ist diese Erinnerung wichtiger denn je. Wir erleben, dass Parteien wie die AfD gezielt versuchen, politische Bildung zu diskreditieren, Gedenkstättenfahrten für Schüler:innen infrage stellen und deren Förderung kürzen wollen. Dem stellen wir uns entschieden entgegen. Denn wer die Erinnerung schwächt, gefährdet die Demokratie.
Für uns als Linksfraktion ist es ein zentrales Anliegen, die Verbrechen des Nationalsozialismus sichtbar zu halten und ihre Bedeutung für die Gegenwart immer wieder zu verdeutlichen. Erinnerung ist kein Blick zurück um seiner selbst willen – sie ist Voraussetzung dafür, dass sich Geschichte nicht wiederholt.
Unsere dreitägige Gedenkstättentour führt uns an zentrale Orte der Erinnerung in Mecklenburg-Vorpommern, darunter die Gedenkstätten Fünfeichen und Wöbbelin. Diese Orte stehen für das Leid der Opfer und die systematische Vernichtungspolitik des NS-Regimes. Vor Ort setzen wir uns mit den historischen Hintergründen, den individuellen Schicksalen und den gesellschaftlichen Bedingungen auseinander, die diese Verbrechen möglich gemacht haben.
Ein besonderer Schwerpunkt der Tour ist zudem die Besichtigung des ehemaligen Wehrmachtsgefängnisses in Anklam. Dieser Ort macht deutlich, wie umfassend das nationalsozialistische Unterdrückungssystem auch innerhalb militärischer Strukturen wirkte – gegen Deserteure, politische Gegner und all jene, die sich dem Regime widersetzten. Ein weiterer Bestandteil ist die Stolpersteintour in Güstrow. Die Stolpersteine holen die Erinnerung zurück in unseren Alltag. Sie machen sichtbar, dass die Verbrechen nicht irgendwo fern geschehen sind, sondern mitten in unserer Gesellschaft – in den Straßen, in denen wir heute leben.
Dass die Tour maßgeblich von unseren FSJler:innen organisiert wurde, zeigt eindrucksvoll, wie wichtig politische Bildungsarbeit für junge Menschen ist. Sie übernehmen Verantwortung für Erinnerungskultur und stärken damit unsere Demokratie.
Antifaschismus ist für uns keine abstrakte Haltung, sondern gelebte politische Praxis. Das bedeutet, sich konsequent gegen Rassismus, Antisemitismus und Ausgrenzung zu stellen und unsere demokratische Gesellschaft aktiv zu verteidigen. Die Erinnerung an die Verbrechen des Nationalsozialismus verpflichtet uns alle – jeden Tag aufs Neue.“
