Equal Pay Day und Internationaler Frauentag: Appelle für Gleichstellung und Gerechtigkeit
Zum Equal Pay Day am 7. März und zum Internationalen Frauentag am 8. März erklärt die gleichstellungspolitische Sprecherin der Fraktion, Elke-Annette Schmidt:
„Der Equal Pay Day und der am darauffolgenden Tag stattfindende Frauentag erinnern an die Ungerechtigkeiten und Benachteiligungen, denen Frauen in unserer Gesellschaft nach wie vor ausgesetzt sind. Trotz jahrelanger Bemühungen um Gleichstellung und Gerechtigkeit sind Frauen in Deutschland immer noch mit erheblichen Lohnunterschieden konfrontiert. Der Equal Pay Day markiert symbolisch den Tag, bis zu dem Frauen im Jahr 2025 arbeiten müssen, um das gleiche Einkommen wie ihre männlichen Kollegen im Vorjahr zu erzielen.
Der Gender Pay Gap, der Verdienstabstand zwischen Männern und Frauen, betrug im Jahr 2024 16 Prozent des durchschnittlichen Bruttolohns der Männer, Frauen erhielten demnach 4,10 Euro weniger in der Stunde als Männer. Das ist ein unhaltbarer Missstand, der schon viel zu lange andauert. Es muss endlich gelten: Gleicher Lohn für gleiche und gleichwertige Arbeit! Die Lohnungleichheit ist nicht nur eine Frage der Gerechtigkeit, sondern gesamtgesellschaftliche und wirtschaftliche Herausforderung. Erforderlich ist die konsequente Umsetzung von Maßnahmen zur Bekämpfung der Lohnungleichheit. Dazu gehören eine weitestgehende Transparenz bei der Lohngestaltung, ein gesetzlicher Mindestlohn von 15 Euro und die Stärkung der Tarifbindung, um die Löhne von Frauen in allen Branchen zu erhöhen. Zudem müssen die Bedingungen verbessert werden, um Erwerbs- und Privatleben besser vereinbaren zu können, wobei auch die Sorgearbeit gerecht verteilt werden muss – sie lastet nach wie vor zum großen Teil auf den Schultern von Frauen.
Der Internationale Frauentag ist ein weiterer Anlass, um auf die vielfältigen Diskriminierungen hinzuweisen, mit denen Frauen konfrontiert sind. Am 8. März gehen Frauen weltweit auf die Straße. Sie feiern die Errungenschaften der Frauenbewegung, im Vordergrund steht allerdings der Kampf gegen anhaltende Diskriminierung, für mehr Rechte und tatsächliche Chancengleichheit der Geschlechter. Angesichts der beängstigenden Zustimmung für die in Teilen rechtsextreme AfD bei der jüngsten Bundestagswahl ist der Kampf der Frauen auch ein Einsatz für Freiheit, Demokratie und ein selbstbestimmtes Leben. Die extreme Rechte will die Zeit zurückdrehen, das Erreichte abschaffen und überkommene Rollenbilder und Strukturen festigen bzw. wieder einführen – zum Nachteil aller Frauen. Das dürfen wir nicht zulassen, wir müssen Demokratie und Frauenrechte verteidigen, stärken und ausbauen.
Gewalt gegen Frauen, ungleiche Verteilung von Care-Arbeit und der Mangel an Frauen in Führungspositionen sind Themen, die an Aktualität leider nichts verloren haben. Nach wie vor sind wir von einer tatsächlichen Gleichstellung noch weit entfernt. Für eine gerechte Gesellschaft in Deutschland, Europa und weltweit sind Chancengleichheit und Selbstbestimmung aber unerlässlich. Meine Fraktion ruft alle Menschen auf, sich am Internationalen Frauentag zu engagieren, sich solidarisch mit allen Frauen weltweit zu zeigen und alle zu unterstützen, die für ihre Rechte kämpfen.“
