Equal Care Day: Wende bei der Verteilung der Pflege- und Sorgearbeit endlich einleiten
Zum Equal Care Day am 1. März erklärt die gleichstellungspolitische Sprecherin der Linksfraktion, Elke-Annette Schmidt:
„Der Tag verweist im Vorfeld des Equal Pay Days und des Internationalen Frauentags auf die ungleiche Verteilung der Pflege- und Sorgearbeit zwischen Männern und Frauen. In Deutschland leisten nach wie vor Frauen den Großteil der Care-Arbeit. Ob die Pflege von Angehörigen, das Kümmern um den Nachwuchs, das Waschen und Putzen sowie sonstige Organisation im Haushalt – laut statistischem Bundesamt leisten Frauen täglich über 44 Prozent mehr unbezahlte Arbeit als Männer.
Auch wenn sich der Gender Care Gap im Vergleich zur letzten Erhebung verringert hat, bleibt es alarmierend, dass sich Männer spürbar seltener an der Sorge- und Pflegearbeit beteiligen. Anstatt hier endlich für eine weitere Annäherung zu sorgen, ist der Anteil der ‚unbeteiligten‘ Männer im Vergleich zum Vorjahr sogar noch gestiegen. Die unbezahlt geleistete Pflege- und Betreuungsarbeit ist auch ein zentraler Faktor für die wirtschaftliche Ungleichheit in unserer Gesellschaft, die Einkommenslücke zwischen den Geschlechtern. Frauen sehen sich viel öfter gezwungen, in Teilzeit zu arbeiten, was wiederum zu niedrigeren Renten führt und Frauen in die Altersarmut treibt. Im Übrigen ist auch die Arbeit in den Pflegeberufen, wo überproportional viele Frauen arbeiten, viel zu niedrig bezahlt.
In der gesellschaftlichen Wahrnehmung und Verteilung von Care-Arbeit ist eine grundlegende Wende längst überfällig. Sie muss als gesellschaftlich wertvolle und unerlässliche Tätigkeit anerkannt und die Verantwortung dafür gerecht verteilt werden. Erforderlich sind u. a. Maßnahmen, die auch Männer ermutigen, aktiv in die Betreuung und Erziehung ihrer Kinder einzusteigen. Zudem muss die erforderliche Infrastruktur ausgebaut werden, dazu gehören der deutschlandweite Ausbau von Kitas und Pflegeeinrichtungen sowie flexible Arbeitsmodelle. In einer gerechten Gesellschaft ist Care-Arbeit nicht allein private Angelegenheit, sondern eine gesamtgesellschaftliche Verantwortung. Frauen haben das grundgesetzlich garantierte Recht auf gleiche Chancen im Beruf und Privatleben!“
